Ärzte Zeitung online, 17.08.2009

AOK bietet Krebspatienten im Rheinland Zweitmeinung an

Vor allem Onkologie-Patienten würden nach der ersten Diagnose gerne die Meinung eines zweiten Arztes hören. Die AOK will das Verfahren vereinfachen.

Von Ilse Schlingensiepen

AOK bietet Krebspatienten im Rheinland Zweitmeinung an

Vier bis fünf Zentren sollen in Nordrhein damit beauftragt werden, Krebspatienten eine Zweitmeinung anzubieten.

Foto: endostock©www.fotolia.de

DÜSSELDORF. Die AOK Rheinland/Hamburg will im Rheinland künftig allen Versicherten mit einer onkologischen Erkrankung das Einholen einer Zweitmeinung ermöglichen. "Wir werden vier bis fünf Zentren in Nordrhein damit beauftragen, unseren Versicherten eine Zweitmeinung anzubieten", kündigt der Vorstandsvorsitzende der Kasse Wilfried Jacobs im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" an. "Die Gespräche darüber laufen bereits."

In der Onkologie sei der Wunsch nach einer zweiten Meinung am höchsten. Deshalb wolle die AOK Rheinland/Hamburg allen Versicherten, die es wünschen, Zugang dazu verschaffen. Dabei solle das Gespräch mit den Onkologie-Experten in Absprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen, sagt Jacobs. "Das Angebot richtet sich nicht gegen die Ärzte." Ohnehin bestätige in 90 Prozent der Fälle die Zweitmeinung die Erstmeinung. Die neue Leistung der Kasse solle aber verhindern, dass den Patienten nur die Therapien vorgeschlagen werden, die vor Ort jeweils angeboten werden.

Zurzeit gebe es die meisten Nachfragen nach einer Zweitmeinung im Bereich der palliativen Versorgung. "Dabei ist es bei Krebserkrankungen wichtig, gerade am Anfang der Therapie alle Möglichkeiten auszuloten", sagt Jacobs. An spezialisierten Zentren etwa an den Unikliniken sei das ohnehin der Fall. "Überall dort, wo das nicht der Fall ist, müssen wir unseren Versicherten die Chance eröffnen."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »