Ärzte Zeitung, 07.09.2009

Liberale warnen vor Kassen-Kollaps

"Spätestens Ende 2010 gewaltiges Defizit" / "Ärzte Zeitung" stellt ihren Lesern die Sonntagsfrage

BERLIN (hom). Den Kassen droht nach Ansicht des gesundheitspolitischen Sprechers der FDP, Daniel Bahr, spätestens Ende 2010 der Finanzkollaps. Die Koalition müsse noch vor der Bundestagswahl reinen Wein einschenken. Leser der "Ärzte Zeitung" können schon heute die Sonntagsfrage beantworten: "Was würden Sie wählen?"

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steuere, bedingt durch die Folgen der Wirtschaftskrise, auf ein "gewaltiges Defizit" zu, das derzeit noch durch ein Darlehen aus dem Bundeshaushalt kaschiert werde, so Bahr. Die große Koalition betreibe "Gesundheitspolitik auf Pump". Spätestens Ende nächsten Jahres, wenn die Kassen ihre Bilanzen vorlegen müssten, werde das ganze Ausmaß des "Desasters" sichtbar. "Der Zusatzbeitrag, den bisher nur eine Kasse erheben muss, sei erst der Anfang. "Der Rest folgt nach der Wahl", prophezeite Bahr. "Dann müssen die Versicherten die Suppe auslöffeln, die ihnen die Koalition mit ihrer Politik eingebrockt hat."

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte vergangene Woche betont, Zusatzbeiträge würden voraussichtlich nicht auf die Versicherten zurollen. Den Kassen stünden derzeit Finanzreserven in Höhe von 4,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

20 Tage vor der Wahl stellt die "Ärzte Zeitung" ihren Lesern die berühmte Sonntagsfrage: "Was würden Sie wählen?" Wir haben exklusiv für Ärzte einen Fragenbogen online gestellt. Nutzen Sie diese gute Gelegenheit, die von Ihnen präferierte Bundesregierung und gewünschte Gesundheitspolitik zu "wählen".

Die Umfrage ist abgelaufen. Danke für Ihre Teilnahme!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »