Ärzte Zeitung, 20.10.2009

Experte: Geld für schnellere Facharzttermine

IGES-Chef Bertram Häussler: Umstellung der GKV auf Prämienmodell kostet 40 Milliarden Euro

BERLIN (ble). Der Gesundheitsexperte Professor Bertram Häussler hat die künftige Regierung aufgefordert, finanzielle Anreize für eine schnellere Vergabe von Terminen an GKV-Versicherte in Facharztpraxen zu schaffen.

Experte: Geld für schnellere Facharzttermine

Foto: Uwe Bumann ©www.fotolia.de

So sollten Fachärzte Festbeträge erhalten, wenn sie dringliche Überweisungen von Hausärzten innerhalb von drei Tagen erfüllen. "Für gesetzlich Versicherte ist die Vergabe von Facharztterminen der Punkt, an dem sie Nachteile gegenüber PKV-Versicherten am stärksten und bittersten erleben", begründete der Leiter des IGES-Instituts seinen Vorschlag. Zudem sollten Kassen ihren Versicherten Wahltarife mit Termingarantie anbieten können, sagte er im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Wie hoch die Vergütung sein sollte, sagte Häussler nicht. Allerdings lasse sich sein Vorschlag "für kleines Geld" umsetzen.

Eine Umstellung der GKV auf ein Prämienmodell hält Häussler derzeit für nicht finanzierbar. Für den vorgesehenen Sozialausgleich über Steuern seien mindestens 40 Milliarden Euro nötig. Stattdessen sprach er sich für die Einführung eines "Gesundheits-Riesters" aus. Damit sollen innovative Therapien und Medikamente sukzessive außerhalb des umlagefinanzierten GKV-Budgets finanziert werden.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Gesundheits-Riester als Innovationsmotor

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[22.10.2009, 14:12:57]
Uwe Schneider 
Früher erster Termin bei Facharzt!
Herr Häussler spricht einen wichtigen Punkt an. Fachärzte weisen zwar immer wieder darauf hin, dass sie medizinische dringliche Maßnahmen natürlich auch bei GKV-Patienten umgehend durchführen. Nur wie soll die medizinische Dringlichkeit von der Sprechstundenhilfe am Telefon erkannt werden? Die wichtigste Frage ist hier doch oft: "Kasse oder Privat?" bzw. "Welche Kasse sind Sie?". In der Zivilprozessordnung gibt es den sogenannten "frühen ersten Termin" vor Gericht. Ein solcher "früher erster Termin" sollte auch für GKV-Patienten beim Facharzt Standard werden. Denn eine zuverlässige Einschätzung der medizinischen Dringlichkeit kann nur nach Sichtung durch den medizinischen Experten erfolgen. zum Beitrag »

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