Ärzte Zeitung, 08.01.2010

AOK Sachsen-Anhalt sieht sich vor Zusatzbeitrag gefeit

In Sachsen-Anhalt hat die AOK einen Überschuss von 35 Millionen Euro ins neue Jahr gerettet. Von Zusatzbeiträgen für 2010 will der Kassenvorstand nichts wissen.

Von Petra Zieler

MAGDEBURG. Trotz steigender Ausgaben im Gesundheitswesen will die AOK Sachsen-Anhalt auch 2010 keine Zusatzbeiträge erheben. Sie ist mit 35 Millionen Euro Überschuss ins neue Jahr gegangen.

"Geld", so AOK-Vorstand Uwe Deh, "das wir unbedingt brauchen, um unsere Versicherten in diesem Jahr nicht zusätzlich zu belasten. Wir gehören damit auch im AOK-Verbund zu den wenigen Kassen, die auf eine Beitragserhöhung im kommenden Jahr verzichten." 2009 hat die Landes-AOK rund 2,5 Milliarden Euro für Ihre Versicherten ausgegeben. Davon entfielen mehr als 300 Millionen Euro auf die ärztliche Versorgung durch niedergelassene Ärzte und über 500 Millionen Euro auf Arzneimittel. "Rund eine Milliarde Euro haben wir für Krankenhausbehandlungen ausgegeben. Das sind etwa 40 Prozent der Gesamtausgaben."

Beim Blick in die Zukunft des Gesundheitssystems begleiten den Vorstandschef gemischte Gefühle. "Egal, welches Finanzierungsmodell ab 2011 den Zuschlag erhält, für uns ist entscheidend, dass das Solidarprinzip erhalten bleibt und mit ihm ein fairer Wettbewerb um die besten Leistungen und den besten Service. Ein Kampf um gesunde und reiche Versicherte zwischen den Krankenkassen wäre verheerend."

Der an den Gesundheitsfonds gekoppelte morbiditätssorientierte Risikostrukturausgleich sichere, dass das Geld zwischen den Kassen gerechter verteilt wird. Damit könne in allen Bundesländern eine annähernd adäquate medizinische Versorgung sicher gestellt werden.

"Für die Versicherten in Sachsen-Anhalt ist es entscheidend, dass die Politik nun die richtigen Weichen stellt", sagte Deh. Eine Herkulesaufgabe sei dabei, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht noch weiter auseinanderklaffen zu lassen. Er warnte davor, krisenbedingte Einnahmeausfälle ausschließlich Versicherten aufzubürden und unterschiedliche Lebensverhältnisse in Deutschland zu forcieren. "Versicherte in Bayern oder Baden-Württemberg dürfen nicht besser versorgt werden als in den neuen Bundesländern." Die AOK Sachsen-Anhalt versichert derzeit etwa eine dreiviertel Million Menschen, 45 000 haben sich im vergangenen Jahr neu für die Kasse entschieden, deren Marktanteil bei 33 Prozent liegt.

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