Ärzte Zeitung, 27.01.2010

Mini-BKK stöhnt unter der Last hoher Morbidität

KÖLN (akr). Die BKK Westfalen-Lippe will einen pauschalen Zusatzbeitrag erheben, der über acht Euro liegen wird. "Wir gehen davon aus, dass wir mehr als acht Euro nehmen werden", sagte Vorstand Willi Tomberge zur "Ärzte Zeitung". Wie hoch der Zusatzbeitrag ausfalle und ab wann er erhoben werde, sei noch unklar. Darüber müssten die zuständigen Gremien entscheiden. "Wir werden ihn sobald wie möglich einführen".

Die Kasse ist gleich von mehreren Seiten unter finanziellen Druck geraten. "Um die Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds auszugleichen, benötigen wir allein sieben Euro zusätzlich", sagte Tomberge. Außerdem leide die Kasse unter weiteren Kosten, etwa für die Finanzierung der hausarztzentrierten Versorgung oder die Schweinegrippe.

Außer diesen Problemen, die alle Kassen treffen, machen der BKK Westfalen-Lippe wegen ihrer geringen Größe besonders teuere Leistungsfälle zu schaffen. Sie hat nur rund 20 000 Mitglieder. Im vergangenen Jahr musste sie für eine Reihe von Versicherten extrem hohe Ausgaben für die medizinische Versorgung schultern. Außergewöhnlich hohe Kosten können die Kassen nicht vollständig über den Gesundheitsfonds refinanzieren.

Für kleine Kassen ist es weitaus schwerer, diese Fälle auszugleichen als für große. Auch die Gemeinsame BKK Köln, die 2009 als erste Kasse den Zusatzbeitrag eingeführt hatte, muss aus diesem Grund die Prämie nehmen. "Wir brauchen das Geld nicht für die Verwaltung, sondern für die Versorgung unserer Versicherten", betonte Tomberge.

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17799)
Berufspolitik (19239)
Organisationen
BKK (2211)
Krankheiten
Grippe (3439)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »