Ärzte Zeitung online, 01.02.2010
 

DAK-Chef: Politiker-Schelte für Kassen "befremdlich"

BERLIN (dpa). In der Debatte über die geplanten Zusatzbeiträge einiger gesetzlicher Krankenkassen hat sich der Vorstandsvorsitzende der DAK, Herbert Rebscher, gegen Vorwürfe aus der Politik verteidigt. "Es ist schon befremdlich, wenn Politiker, die die Gesundheitsreform selbst beschlossen haben, jetzt die Kassen dafür kritisieren."

Die DAK wird als eine der ersten Krankenkassen künftig einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern fordern und hatte damit Kritik von Politikern auf sich gezogen. Schuld an der schwierigen finanziellen Situation der Kassen sei die Finanzlücke des Gesundheitsfonds, meinte Rebscher. "Weil es diese Unterfinanzierung im Gesundheitsfonds gibt, werden bis zum Jahresende alle Kassen einen Zusatzbeitrag beschließen müssen", sagte Rebscher der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe).

Der DAK-Chef forderte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf, den deutschen Pharmamarkt neu zu ordnen und die Kostensteigerung vor allem bei den Arzneimitteln zu stoppen. "Wir brauchen eine Kosten-Nutzen-Bewertung bei der Einführung neuer Medikamente." Rebscher regte außerdem Preisobergrenzen für Arzneimittel an.

Lesen Sie dazu auch:
DAK beschließt Zusatzbeitrag von acht Euro
Bei Zusatzbeiträgen wiehert der Amtsschimmel
Kanzlerin und Arbeitgeber warnen Kassen vor Absprache

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »