Ärzte Zeitung online, 03.02.2010

Rösler: Bei Zusatzbeitrag über Kassenwechsel nachdenken

BERLIN (hom). Gesetzlich Krankenversicherte, denen ein Zusatzbeitrag droht, sollten nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) über einen Wechsel ihrer Krankenkasse nachdenken.

"Ein Wechsel lohnt sich in jedem Fall", sagte Rösler am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Es gebe eine Reihe von Krankenkassen, die angekündigt hätten, im laufenden Jahr ohne einen Zusatzbeitrag auszukommen. Versicherte sollten sich daher das "Preis-Leistungs-Verhältnis" der einzelnen Kassen genau anschauen, so Rösler.

Die Krankenkassen selber seien gesetzlich dazu verpflichtet, erst Effizienzreserven zu prüfen, bevor sie einen Zusatzbeitrag bei ihren Versicherten einfordern. Es gehe darum, "unnötige Belastungen von den Patienten fernzuhalten", betonte Rösler.

Er bekräftige erneut die Absicht der Bundesregierung, das Gesundheitssystem auf eine andere Finanzierungsgrundlage zu stellen. "Insgesamt weisen diese neuerlichen Zusatzbeiträge darauf hin, dass es nach wie vor dringend notwendig ist, das System zu verändern, das System zu verbessern."

Zuletzt hatten mehrere Krankenkassen Zusatzbeiträge für ihre Versicherten angekündigt. Die meisten planen ein Extra-Obolus in Höhe von acht Euro. Erstmals kündigten aber auch einige Krankenkassen an, mehr als acht Euro Zusatzbeitrag erheben zu wollen, darunter die BKK Westfalen-Lippe und die BKK für Heilberufe (wir berichteten).

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