Ärzte Zeitung, 07.04.2010

TK klagt - Jede dritte Rechnung aus der Klinik ist falsch

MÜNCHEN (sto). Die Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr etwa 155 000 Klinikrechnungen geprüft.

Bei jeder dritten Rechnung seien Fehler festgestellt worden und jede zehnte wurde zur Prüfung an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weitergeleitet. In über 6000 Fällen sei es daraufhin zu Korrekturen gekommen, teilte der zuständige Bereichsleiter bei der TK, Jörg Tischendorf, mit. "Im Konsens mit den Kliniken wurden so rund 6,3 Millionen Euro gut geschrieben. Das sind knapp zwei Prozent der TK-Ausgaben für stationäre Leistungen in Bayern", sagte Tischendorf.

TK klagt - Jede dritte Rechnung aus der Klinik ist falsch

Die TK hat Krankenhausrechnungen in Bayern geprüft und bei jeder dritten Fehler gefunden. © Pezography / fotolia.com

Nach Angaben der TK hat der MDK in Bayern im vergangenen Jahr mit über 250 000 Fällen etwa jeden zehnten Klinikaufenthalt geprüft. Rund die Hälfte der vorgelegten Rechnungen seien beanstandet worden. Das sei ein Anstieg von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund mit 42 Prozent der Beanstandungen waren zu hoch angesetzte Fallpauschalen. Danach folgte mit 33 Prozent eine "unnötige" stationäre Behandlung.

Fehler bei der Codierung der Diagnosen verursachen nach Angaben von Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern, jährlich Kosten in Millionenhöhe. Es sei daher ungerecht, die Prüfkosten einseitig auf die Kassen abzuwälzen. "Für ergebnislose Aufträge müssen Krankenkassen 300 Euro an den MDK zahlen während Kliniken keine Prüfkosten bei Beanstandungen leisten müssen", sagte Bredl und forderte gesetzliche Änderungen, um den Aufwand gleichmäßig auf die Partner zu verteilen.

Lesen Sie dazu auch:
AOK will weiter jede zehnte Rechnung von Kliniken prüfen

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[08.04.2010, 14:46:33]
Dr. Ulla Birk 
.....
Sehr geehrter Herr Bredl,

als Assistenzärztin habe ich ungezählte unbezahlte überstunden geleistet, um Anfragen wie Ihre zu beantworten- oft wurde wegen immer denselben Sachverhalten immer wieder dieselben Fragen gestellt und die Kasse musste hinterher immer zahlen.

Wollen Sie mir nun vielleicht für die unbezahlten überstunden oder die verlorene Zeit für Patientenuntersuchungen und -gespräche aufkommen? Das wäre nett.

MFg, U. Birk zum Beitrag »

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