Ärzte Zeitung, 14.04.2010

Kommentar

Eine Petition, die den Nerv trifft

Von Christian Beneker

Zähigkeit zahlt sich aus. Der Bremer Verein "Ambulante Versorgungslücken e.V." hat sich an den Petitionsausschuss des Bundestages gewandt. Der Grund: Die Verweildauern im Krankenhaus werden immer kürzer, die Zeit nach der Entlassung daheim - besonders für alte Menschen - wird immer schwerer. Deshalb fordert der Bremer Verein, die Krankenkassen mögen für die Betroffenen Pflege- und Haushaltskräfte für die Zeit nach der Klinikentlassung finanzieren. Eine couragierte Tat, sich in das Haifischbecken zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu stürzen! 25 000 Menschen unterstützten mit ihrer Unterschrift die Forderung mit Erfolg. Das Anliegen wird nun an das Bundesgesundheitsministerium und die Bundestagfraktionen weiter geleitet.

Dass das Gesundheitssystem von Seiten der Patienten Anschub braucht, ist allerdings eine bittere Lektion. Die Patientia der Patienten ist offenbar aufgebraucht. Nun haben sie die Nase voll und haben sich direkt an den Gesetzgeber gewandt. Mit seiner Absicht, für das Gesundheitssystem "neue menschliche gesundheitspolitische Perspektiven (...) zu finden", wie es auf der Homepage des Vereins heißt, tut der Verein, was Kassen und Kliniken versäumten.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Bremer mit Petition beim Bundestag erfolgreich

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles dreht sich um die Ballaststoffe

Gegen die meisten Zivilisationskrankheiten gibt es offenbar ein simples Rezept: Ballaststoffe essen! Wer eine bestimmte Menge täglich isst, lebt länger, ergab eine Mega-Studie. mehr »

Der Brexit – Ein Politkrimi à la Shakespeare

Unser Londoner Korrespondent Arndt Striegler beobachtet das Brexit-Drama live vor Ort. Im britischen Unterhaus wird gerade ein politisches Endspiel inszeniert – weit weg von den realen Sorgen vieler Briten. mehr »

Portoerhöhung trifft Ärzte voll

Die Post will das Porto für Standardbriefe voraussichtlich zum 1. April 2019 erhöhen. Das Thema Arztbriefe will die KBV auch in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen. mehr »