Ärzte Zeitung, 14.04.2010

AOK Berlin-Brandenburg zieht positives Fazit der Fusion

In Berlin und Brandenburg hat die neue Fusions-AOK nun einen Marktanteil von 28 Prozent - und spricht von Mitgliederzuwächsen.

POTSDAM (inh). Einen Kraftakt hat Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Berlin-Brandenburg, die Vereinigung der beiden AOKen Anfang des Jahres genannt. Zum einen hätten zwei große EDV-Bereiche zusammengeführt werden müssen. Zum anderen müsse die Krankenkasse nun immer mit zwei KVen, zwei Landeskrankenhausgesellschaften und verschiedenen Ministerien verhandeln. "Die Fusion ist dennoch ohne größere Probleme über die Bühne gegangen", sagt Michalak.

Mit mehr als 1,3 Millionen Versicherten hält die AOK Berlin-Brandenburg nach eigenen Angaben einen Marktanteil von knapp 28 Prozent. Seit Jahresbeginn habe sie rund 20 000 neue Mitglieder dazugewonnen. Als Ursache dafür sieht Michalak auch den von vielen anderen Kassen erhobenen Zusatzbeitrag.

Er zeigt sich vom Wachstumskurs seiner Kasse überzeugt, auch wenn diese durchschnittlich pro Quartal rund 9000 Mitglieder durch Kündigung oder Sterbefall verliere. "Wir haben wesentlich weniger Kündigungen als in der Vergangenheit, aber wir sind eine Kasse mit hoher Altersstruktur", sagt Michalak. Auf der anderen Seite stünden 500 Neukunden, die im Schnitt täglich hinzukämen.

Damit das so bleibe, wolle die AOK Berlin-Brandenburg die Versorgung ihrer Versicherten verbessern. Beispiele dafür seien das Gesundheitsprogramm "Curaplan Herz Plus" für Patienten mit chronischer Herzschwäche, die geplante Übertragung des Berliner Pflegeprojektes auf die Mark und die aktuell startende Ausweitung des bereits in Brandenburg eingeführten Kindervorsorgeprogramms "AOK-Junior" auf Berlin.

An dem Add-on-Vertrag "AOK-Junior" nehmen in Brandenburg nach Angaben der Kasse bereits 7400 Versicherte und 94 Prozent der Kinder- und Jugendärzte teil.

Vier Brandenburger Heime haben nach Angaben von Gerlinde König, Vorstandsvize der AOK, Interesse am Berliner Pflegeprojekt bekundet. Mit zweien stünde die Kasse in Verhandlung. "Das gestaltet sich komplizierter als in Berlin, da wir in Brandenburg mit jeder Einrichtung extra verhandeln müssen", so König.

Michalak zeigte sich optimistisch, dass die AOK Berlin-Brandenburg im laufenden Jahr auch ohne Rücklagen eine "schwarze Null" schreiben kann.

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