Ärzte Zeitung, 05.05.2010

"Praxisgebühr sollte von Kassen eingezogen werden"

MÜNCHEN (sto). Die Krankenkassen sollen künftig die Praxisgebühr einziehen, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Gabriel Schmidt. Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Bürokratieabbau in den Praxen, meint Schmidt.

"Das Kassieren der Praxisgebühr ist seit Jahren eines der größten Bürokratieärgernisse in unseren Praxen", erklärte der KVB-Vize in einem Schreiben an Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder. Der Einzug der Praxisgebühr durch die Kassen würde den Mitarbeiterinnen an den Empfangstheken viel Aufwand und Erklärungsbedarf sparen und die Wartezeiten für die Patienten insbesondere am Quartalsanfang reduzieren, sagte Schmidt.

Mit der Einführung der Selektivverträge habe sich die Situation verschärft. "Denn fast jeder neue Vertrag hat eine andere Regelung zur Praxisgebühr. Wenn wir nicht bald wirksame Mittel gegen diese überbordende Bürokratie ergreifen, wird eine effiziente Versorgung der Patienten künftig kaum mehr möglich sein", heißt es in dem Schreiben.

Selbst gut organisierte Praxisteams seien heute kaum mehr in der Lage zu überblicken, bei welcher Krankenkasse unter welchen Umständen keine Praxisgebühr einzubehalten ist, erläuterte Schmidt. Andererseits seien die Wege für einen Einzug der Praxisgebühr über die Krankenkassen inzwischen geebnet. Denn viele dafür notwendige Strukturen seien bereits vorhanden oder entstünden aufgrund der neuen Zusatzbeiträge.

So habe die AOK Bayern bereits einen Teil der Verwaltung der Praxisgebühr übernommen. "Das Einzugsverfahren generell umzustellen, wäre für alle von Vorteil: Ärzte und Patienten sparen Zeit und die Krankenkassen könnten gezielter mit ihren Mitgliedern kommunizieren", erklärte Schmidt.

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