Ärzte Zeitung online, 09.05.2010

West-Ost-Gefälle bei Kaiserschnitt-Entbindungen

MAGDEBURG (dpa). Ob ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt, hängt einer Studie zufolge nicht allein von medizinischen Aspekten ab, sondern auch vom Wohnort der Mutter. Die am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) hatte dafür Daten von bundesweit mehr als 116 000 Geburten aus den Jahren 2005 und 2009 ausgewertet und verglichen.

West-Ost-Gefälle bei Kaiserschnitt-Entbindungen

Kaiserschnitt-Entbindungen sind im Osten Deutschlands deutlich seltener als im Westen. © Gregg Cerenzio / fotolia.com

Demnach schwankte der Anteil der Kaiserschnitt-Entbindungen in den einzelnen Bundesländern im Vorjahr zwischen 21 und 37 Prozent. Er war im Osten generell niedriger als im Westen. Zu erklären sei dieses Phänomen nicht, teilte die TK in Magdeburg mit.

In den fünf neuen Ländern und in Berlin kamen 2009 weniger als ein Drittel aller Neugeborenen per Kaiserschnitt auf die Welt. Die Quote lag zwischen 21 (Sachsen) und 28 Prozent (Brandenburg). In Sachsen-Anhalt betrug sie 27 Prozent. Im Westen schwankte die Quote zwischen 31 (Baden-Württemberg) und 37 (Saarland). Der Bundesdurchschnitt lag bei 31 von 100 Geburten.

Widerlegen konnte die Auswertung laut TK die häufig vertretene These, wonach Kaiserschnitte wegen des steigenden Alters vieler werdender Mütter und damit einhergehender Risiken notwendig seien. Der Anteil der über 40-Jährigen an allen Kaiserschnitten war in den beiden Vergleichsjahren identisch und lag jeweils bei sieben Prozent.

Fachleute warnen davor, den Eingriff ohne zwingende medizinische Notwendigkeit zu wählen, weil er wie jede Operation Risiken birgt. Für die Krankenkassen hat er auch finanzielle Auswirkungen. "Bei einer regulären Entbindung fallen zum Beispiel in Sachsen-Anhalt durchschnittliche Krankenhauskosten von rund 1600 Euro an. Ein Kaiserschnitt ist etwa doppelt so teuer", sagte Hennicke.

Homepage der Techniker Krankenkasse

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