Ärzte Zeitung online, 21.05.2010

"FAZ": Kassen entgehen Millionen bei Arzneirabatt

BERLIN (dpa). Die Krankenkassen werfen Pharmaherstellern nach einem Zeitungsbericht Betrug bei Rabatten vor und verlangen 250 Millionen Euro zurück. Einige Hersteller würden den Krankenversicherungen zustehende gesetzliche Abschläge auf den Herstellerpreis durch eine fehlerhafte Kennzeichnung ihrer Arzneimittel verweigern, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Den Kassen seien dadurch bisher rund 250 Millionen Euro entgangen, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Kreise der Krankenversicherung.

Deshalb habe deren Spitzenverband allen Krankenkassen am Donnerstag schriftlich empfohlen, sofort zu handeln und die entgangenen Beträge gegen Apothekenrechnungen aufzurechnen. Die Apotheker sollten sich wiederum bei den Herstellern schadlos halten. Dafür wolle der Kassenverband seinen Mitgliedskassen die Daten für die betroffenen Arzneien liefern.

Hintergrund des Streits ist eine 2006 eingeführte Regelung, nach der Hersteller von Generika neben dem allgemeinen Preisabschlag von derzeit sechs Prozent den Kassen weitere zehn Prozent auf ihren Produktpreis nachlassen müssen. Ausnahmen von der Regel haben Pharmaverbände, Apotheker und Kassen in einem Leitfaden gemeinsam festgelegt. Die Kassen werfen den Herstellern aber vor, sich nicht an die Auslegung zu halten. Eine Untersuchung des Spitzenverbandes der Krankenversicherung im vergangenen Jahr habe ergeben, dass 1500 Arzneimittel von 100 Herstellern fehlerhaft ausgezeichnet worden seien.

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