Ärzte Zeitung, 22.06.2010

Lauterbach: SPD konzentriert sich auf Bürgerversicherung

BERLIN (sun). Die SPD will ihre Pläne für die Einführung einer Bürgerversicherung möglichst rasch präzisieren. Dies kündigte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Professor Karl Lauterbach, auf dem MCC health world-Kongress Anfang der Woche in Berlin an. Er gehe nicht davon aus, dass die schwarz-gelbe Koalition bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit 2013 regieren werde, so Lauterbach.

Die SPD wolle daher eigene Konzepte für eine Reform der Krankenkassenfinanzierung vorlegen. Aus diesem Grund werde nun weiter an dem Konzept einer Bürgerversicherung gefeilt, so Lauterbach. Beim Modell einer Bürgerversicherung sollen alle Versicherten einen einheitlichen prozentualen Beitrag ihres gesamten Einkommens - wie zum Beispiel Mieteinnahmen, Lohneinkünfte und Kapitalerträge - zahlen. Dies sei gerechter, da die Belastung auf alle Bürger verteilt werden würde, betonte Lauterbach.

Gesundheitspolitik steht auch auf dem Programm beim Parteitag der SPD Südhessen am kommenden Samstag. Die SPD will in Frankfurt vor allem über das Konzept der Bürgerversicherung diskutieren. Unter anderem soll auch über einen Antrag beraten werden, der die Abschaffung der umstrittenen Praxisgebühr verlangt. Darüber hinaus wollen die Sozialdemokraten die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen Südhessens verbessern. Dort fehle es an Nachwuchs.

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