Ärzte Zeitung, 30.06.2010

Kassen rufen nach Rotstift bei Honoraren

GKV-Spitzenverband fordert Nullrunde für Ärzte

BERLIN/MOTZEN (sun/hom). Vor dem Hintergrund des drohenden Milliardendefizits der gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr hat der GKV-Spitzenverband die Koalition erneut dazu aufgerufen, bei Ärzten und Kliniken den Rotstift anzusetzen.

Kassen rufen nach Rotstift bei Honoraren

Geht es nach dem Willen der Krankenkassen, soll bei den Honoraren der Ärzte gespart werden.

© Falko Matte / fotolia.com

Allein im vertragsärztlichen Bereich ließen sich durch Einsparungen auf der "Basis der Honorarsteigerungen in 2009 und 2010" im nächsten Jahr rund 1,2 Milliarden Euro einsparen, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Dr. Doris Pfeiffer, Anfang der Woche im brandenburgischen Motzen. Weitere 800 Millionen Euro könnten durch die Absenkung des Orientierungswertes für ärztliche Leistungen eingespart werden. Dieses Einsparvolumen ergebe sich aufgrund einer Überzahlung aus dem Jahr 2009, ergänzte Verbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg. Die Politik habe bei den Ärztehonoraren in den vergangenen Jahren "die Weichen auf Steigerung" gestellt. Damit sei nun Schluss.

Den gesetzlichen Kassen droht im kommenden Jahr ein Rekorddefizit von elf Milliarden. Die Koalition will an diesem Donnerstag ihre Beratungen fortsetzen, wie sie das Finanzloch gestopft bekommt.

Unterdessen hat das Bundeskabinett am Dienstag den zweiten Teil seines Arzneisparpakets beschlossen. Es sieht Einsparungen bei Arzneimitteln in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im nächsten Jahr vor. In den Folgejahren sind zwei Milliarden Euro an Einsparungen anvisiert. Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine Reduzierung der Großhandelsspannen und eine raschere Einordnung von Arzneimitteln in Festbetragsgruppen.

Lesen Sie dazu auch:
Koalition mischt Karten im Arzneimarkt neu

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »