Ärzte Zeitung online, 01.07.2010

DGB-Kommission: Zurück zur vollen Beitragsparität

BERLIN (dpa). Die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) eingesetzte Reformkommission für das Gesundheitswesen will die Arbeitgeber zur Stabilisierung des defizitären Gesundheitssystems heranziehen.

Die Rückkehr zur vollen Beitragsparität sei nötig, um das drohende Rekorddefizit in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) "in einem solidarischen Kraftakt" zu decken und einseitige Mehrbelastungen der Versicherten zu beenden, heißt es in einer Erklärung der Kommission an die Adresse der Regierungskoalition.

Deren Spitzen beraten an diesem Donnerstag über das immer noch ausstehende Reformkonzept zur Stabilisierung der Kassenfinanzen. Aus Sicht der DGB-Reformkommission, die sich als Alternativgremium zur schwarz-gelben Gesundheitskommission sieht, muss die "politisch veranlasste Unterfinanzierung der GKV durch den Gesundheitsfonds" aufgehoben werden.

Nach derzeitiger Regelung wird bei wachsendem Finanzbedarf der Krankenkassen der paritätisch finanzierte Beitragssatz von derzeit einheitlich 14 Prozent erst dann angehoben, wenn die Ausgaben zwei Jahre lang nur noch zu 95 Prozent durch den Gesundheitsfonds gedeckt sind.

Die GKV-Ausgaben sollten aber "zu 100 Prozent solidarisch ausfinanziert" werden. Dies will die DGB-Kommission dadurch erreichen, dass die volle paritätische Beitragsgestaltung in der GKV wieder hergestellt wird. "Die Arbeitgeber leisten zukünftig wieder den gleichen Beitrag wie die GKV-Mitglieder, die schon seit 2005 0,9 Prozentpunkte mehr zahlen als die Arbeitgeber."

Die von der Koalition ins Auge gefasste "weitere einseitige Belastung der Versicherten" lehnt die Kommission strikt ab. "Die finanziellen Lasten müssen solidarisch getragen werden."

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17938)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »