Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Krankenstand bei Arbeitnehmern steigt

BERLIN (dpa). Der Krankenstand bei den Arbeitnehmern ist im ersten Halbjahr dieses Jahres auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Insgesamt waren 3,58 Prozent der Beschäftigen krankgeschrieben, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 3,24 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung um 10,5 Prozent. Die Fehlzeiten summierten sich auf vier Arbeitstage. Aus den Zahlen ließen sich aber nur schwer Schlüsse ziehen, meinte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, da die Krankenstand-Statistik nur den jeweiligen Monatsersten erfasse: Fällt dieser auf einen Montag, ist der Wert regelmäßig höher als an einem Mittwoch oder Donnerstag. Den höchsten Krankenstand in den vergangenen zehn Jahren weist die Statistik für das Jahr 2001 mit einer Quote von 4,18 Prozent aus. Im Jahr 2005 lag er bei 3,66 Prozent. Der niedrigste Stand in dem Zeitraum war 2007 mit 3,22 Prozent erreicht.
Laut Bericht machen Arbeitsmarktexperten neben saisonalen Einflüssen vor allem die leicht verbesserte konjunkturelle Situation der vergangenen Monate für die Entwicklung verantwortlich. Dagegen gehen die Krankenstände in Krisenzeiten im Allgemeinen zurück, weil die Arbeitnehmer fürchten, durch Krankschreibungen den Job zu gefährden. Die Statistik des Ministeriums erfasst die Fehlquoten aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer.
Frauen fehlten danach im ersten Halbjahr deutlich häufiger als Männer: Sie waren 3,77 Prozent der Sollarbeitszeit abwesend, ihre männlichen Kollegen 3,41 Prozent.

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16830)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »