Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

GKV-Spitzenverband kritisiert Vorgehen der Pharma-Industrie beim Zwangsrabatt

BERLIN (sun). Der GKV-Spitzenverband und Politiker haben den Versuch einiger Pharma-Unternehmen, den seit 1. August geltenden Zwangsrabatt zu umgehen, scharf kritisiert.

GKV-Spitzenverband kritisiert Vorgehen der Pharma-Industrie beim Zwangsrabatt

Zwangsrabatte und das Verhalten einiger Pharma-Unternehmen stehen derzeit im Fokus der Diskussion.

© DeVIce / fotolia.com

"Solche Tricksereien der Pharma-Industrie, die allein die GKV-Beitragszahler belasten, müssen konsequent verhindert werden", sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, in Berlin. Der GKV-Spitzenverband gehe davon aus, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) diese Gesetzeslücke umgehend schließe.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jens Spahn (CDU) stellte in der "Süddeutschen Zeitung" klar: "Wir werden nicht akzeptieren, dass die Pharma-Unternehmen gegen den Willen des Gesetzgebers handeln." Die Koalition werde sicherstellen, dass "der Gesetzlichen Krankenversicherung kein Cent verloren gehe".

Die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann warf der schwarz-gelben Koalition unverantwortliches Handeln vor: "Diese Regierung kann einen zur Verzweiflung bringen: Erst dauert es Monate, bis ein Sparpaket zustande kommt und dann muss man feststellen, dass es sich um halbherzige und zum Teil kontraproduktive Vorschläge handelt."

Das BMG hatte bereits am Wochenende angekündigt, die Gesetzeslücke im Pharma-Sparpaket schließen zu wollen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Daniel Bahr (FDP), betonte, dass es nicht "ohne Konsequenzen" bliebe, wenn einige Pharmaunternehmen die Regelungen zum Preisabschlag und Preismoratorium unterliefen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »