Ärzte Zeitung, 26.10.2010

Kassen rechnen mit 400 Millionen Euro Verlust

GKV-Verband kritisiert verkürzte Wechselfrist zu PKV

BERLIN (sun). Die gesetzlichen Krankenkassen haben erneut vor einer verkürzten Wechselfrist in die PKV gewarnt. Dies werde die Beitragseinnahmen der Kassen um bis zu 400 Millionen Euro mindern, kritisierte der GKV-Spitzenverband am Montag im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Grund für den Beitragsausfall sei die im GKV-Finanzierungsgesetz geplante Verkürzung der bisherigen Wartefrist von drei Jahre auf ein Jahr. Der GKV-Spitzenverband rechnet mit bis zu 70 000 zusätzlichen Wechslern. Der PKV-Verband konterte, dass Versicherte so wieder mehr Wahlfreiheit erhielten.

Der BKK-Bundesverband warnte Versicherte davor, zu schnell in die PKV zu wechseln. GKV-Versicherte sollten die mit einem Wechsel verbundenen Risiken kennen, betonte der Geschäftsführer des BKK-Bundesverbandes, Heinz Kaltenbach. Eine Rückkehr in die GKV sei kaum mehr möglich.

Lesen Sie dazu auch:
Verbände gehen auf Distanz zum Finanzierungsgesetz

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17528)
Berufspolitik (18869)
Organisationen
BKK (2190)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »