Ärzte Zeitung online, 28.10.2010

Krankenstand steigt weiter

BERLIN (dpa). Die Arbeitnehmer in Deutschland haben sich erneut etwas häufiger krankgemeldet. Von Januar bis September lag der Krankenstand im Monatsschnitt bei 4 Prozent, nach 3,9 Prozent in den ersten neun Monaten des Krisenjahrs 2009.

In den ersten neun Monaten 2008 waren es 3,8 Prozent, davor 3,7 Prozent, berichtete der Bundesverband der Betriebskrankenkassen am Donnerstag in Berlin. Im Schnitt fehlten die Kassenmitglieder 2009 krankheitsbedingt an 14,7 Tagen, fast einen Tag mehr als im Vorjahr.

Immer häufiger werden Arbeitnehmer wegen psychischer Leiden krankgeschrieben. Arbeitnehmer erkranken daran doppelt so häufig wie noch vor zwanzig Jahren. Der Anteil psychischer Störungen machte 2009 fast elf Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage aus.

Beim Krankenstand handelt es sich um den Anteil der Krankgeschriebenen. Die Zahlen beruhen auf den Daten von 5,6 Millionen bei den Betriebskrankenkassen versicherten Arbeitnehmern und lassen laut BKK Verband repräsentative Rückschlüsse auf alle Arbeitnehmer zu.

Die Erwerbstätigkeit der über 55-Jährigen steigt - in den vergangenen zehn Jahren um 49 Prozent, wie der BKK Verband weiter mitteilte. Bei körperlich schweren Tätigkeiten wie in Bau- und Metallberufen oder bei Reinigungskräften gibt es in dieser Altersgruppe die höchsten Ausfallzeiten.

Im Schnitt fallen hier vier und mehr Krankheitswochen an. Dagegen fehlten ältere Führungskräfte, Techniker oder Ingenieure durchschnittlich nur zwei bis zweieinhalb Wochen im Jahr.

Bei den über 55-Jährigen fallen mehr als dreimal so lange Krankheitszeiten wegen Rückenleiden an, weil diese dann chronisch werden. Wegen Bewegungsmangel beginnen diese Leiden aber oft schon in jungen Jahren.

Jeder zehnte Mann und fast jede siebte Frau zwischen 15 und 25 Jahren gingen wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Die Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen - besonders bei Männern - in den Jahrgängen um die 40 zu - im Vergleich zu den Mittzwanzigern sind die 40-Jährigen im Schnitt doppelt so häufig davon betroffen.

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