Ärzte Zeitung online, 11.11.2010

Die hkk übernimmt Kosten für spezifischen Brustkrebs-Test

Die hkk übernimmt Kosten für spezifischen Brustkrebs-Test

BREMEN (dpa). Die Handelskrankenkasse hkk wird nach eigenen Angaben als erste Krankenkasse in Deutschland für ihre Versicherten die Kosten für einen tumorbiologischen Brustkrebs-Text übernehmen. Mit Hilfe des Tests kann Frauen mit Brustkrebs gegebenenfalls eine Chemotherapie erspart werden.

Ein entsprechender Vertrag unterzeichnete die hkk am Mittwoch mit Universitätsklinik Halle, die eines der Fachlabore für die Untersuchungen der Tests betreibt.

Ein tumorbiologischer Test kann vielen Brustkrebs-Patientinnen, die keinen Lymphknotenbefall in der Achsel aufwiesen, eine Chemotherapie mit all ihren Nebenwirkungen ersparen, wie Professor Christoph Thomssen, Direktor der Universitätsklinik Halle, am Mittwoch in Bremen sagte.

Die Zuverlässigkeit dieses tumorbiologischen uPa/PAI-1-Test sei seit 2007 weltweit anerkannt. Doch bislang werde er in Deutschland nur von wenigen Krankenhäuser angeboten, vielen Frauen sei er nicht bekannt.

Die Kosten für den Test von rund 400 Euro werden bislang von den Krankenkassen nicht übernommen. Die Krankenhäuser erhalten Fallpauschalen, mit den alle Kosten abgegolten sind.

Der Test sollte zum allgemeinen Behandlungsstandard der medizinischen Versorgung gehören, sagte hkk-Vorstand Michael Lempe.

Bei dem Test werde frisches Tumorgewebe auf zwei Eiweißmoleküle hin untersucht, sagte Martina Vetter vom Forschungslabor in Halle. Bei einem hohen Wert handele es sich um eine bösartige Tumorzelle, die zur Bildung von Metastasen neige und es sei eine Chemotherapie erforderlich.

"Bei niedrigen Werten wird sich der Tumor nicht verteilen und er würde auch nicht auf Chemo ansprechen", sagte Vetter. Ihrer Ansicht nach könnten knapp die Hälfte der Betroffenen ohne Chemotherapie behandelt werden.

Brustkrebs zählt nach wie vor zu der häufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich wird bei mehr als 50 000 Frauen in Deutschland die Krankheit diagnostiziert.

Pressemitteilung der hkk zum Vertrag, der die Abrechnung des Brustkrebs-Tests regelt

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