Ärzte Zeitung, 23.11.2010
 

KBV rückt Herz-Patienten in den Fokus

Neues aus der KBV- Vertragswerkstatt: Ein Kardiologie-Konzept soll die Versorgung von Haus- und Fachärzten verzahnen.

KBV rückt Herz-Patienten in den Fokus

Herz-Patienten mit einem neuem Versorgungskonzept im Fokus.

© Andrius Gruzdaitis / fotolia.com

BERLIN (eb). Die Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz soll nach Ansicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verbessert werden. Dafür sollen Hausärzte und Kardiologen enger zusammenarbeiten.

Dazu hat die KBV gemeinsam mit dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) ein Versorgungskonzept für die betroffenen Patienten vorgestellt. "Mit dem Konzept soll die Lebensqualität der Patienten mit Herzinsuffizienz verbessert werden", sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler in Berlin.

Das ist auch aus Sicht der Kardiologen wichtig: "Für Patienten bedeutet die Krankheit häufige Klinikaufenthalte sowie eine enorme finanzielle Belastung", so BNK-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Smetak.

Vor allem sollen dem Konzept zufolge Hausärzte und Kardiologen individueller auf die überwiegend älteren Patienten eingehen können. Das Durchschnittalter der Betroffenen liege bei 77,6 Jahren. Mit Notfall- und Wochenendbetreuungsregelungen sollen zudem Krankenhauseinweisungen verhindert werden.

Der Vertrag soll die bereits bestehenden Disease-Management-Programme zur KHK ergänzen. Dieser umfasse bisher lediglich die Herzinsuffizienz-Patienten, die eine KHK als Ursachenerkrankung haben, so Köhler. Nach Angaben der KBV laufen zu diesem Konzept derzeit noch keine Verhandlungen mit Kassen.

Die KBV entwickelt regelmäßig auf der Grundlage des Paragrafen 73c SGB V gemeinsam mit Berufs- und Selbsthilfegruppen fachübergreifende Konzepte für besondere Vertragsbereiche. Bisher gibt es dreizehn Konzepte aus der Vertragswerkstatt.

Davon wurden lediglich drei umgesetzt. Was die KBV plant, wird in Baden-Württemberg bereits gelebt. Dort hat die AOK unter anderem mit Medi und dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen im Juli einen 73c-Vertrag gestartet. Ein Kernpunkt: Bessere Vernetzung von Haus- und Fachärzten.

Lesen Sie dazu auch:
Welt-COPD-Tag: Spirometrie hilft früh auf die Spur
Selektivverträge als Spielfeld für Innovationen
KBV sucht Kasse für Vertragskonzepte
KBV-Verträge verstauben in der Schublade

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »

Das "Gewebefenster" ist wichtig!

Warum nach sechs Stunden keine Thrombektomie mehr veranlassen, wenn es noch gute Chancen auf funktionelle Verbesserungen gibt? Das fragen sich wohl viele Neuroradiologen. mehr »