Ärzte Zeitung, 14.02.2011

Nicht-medikamentöse Verfahren sollten in Innovationszentren getestet werden

Patientensicherheit muss bei Einführung von Innovationen absolute Priorität haben, sagt Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband.

Von Jürgen Stoschek

Nicht-medikamentöse Verfahren sollten in Innovationszentren getestet werden

Einführung des Robodoc ist ein warnendes Beispiel: Dr. Doris Pfeiffer.

© GKV-Spitzenverband

MÜNCHEN. Neue und innovative nicht-medikamentöse Verfahren sollten vor einer generellen Einführung zunächst von Experten in spezialisierten Innovationszentren evaluiert werden. Das hat die Vorsitzende des GKV Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, beim bayerischen BKK-Tag in München gefordert.

Bei der Einführung von neuen nicht-medikamentösen Methoden in den GKV-Leistungskatalog habe die Sicherheit der Patienten oberste Priorität, betonte Pfeiffer. Sie dürfe den Interessen der Hersteller an einer schnellstmöglichen Einführung von Produktinnovationen nicht geopfert werden, erklärte sie mit dem Hinweis auf das Schadenspotenzial von Behandlungsverfahren wie Robodoc in der Hüftgelenksendoprothetik, das erst erkannt worden sei, nachdem bereits viele Patienten damit behandelt worden waren.

Innovative Verfahren, deren Nutzen noch nicht belegt ist, gehörten daher in die Hand von Experten an spezialisierten Innovationszentren. Das könnten Krankenhäuser aber auch spezialisierte Einrichtungen im ambulanten Bereich sein, erläuterte Pfeiffer. Die Innovationszentren sollten das jeweilige Verfahren in Studien evaluieren.

Wenn ein solches Innovationszentrum nachweisen könne, dass es dafür von der personellen und ausstattungstechnischen Seite her geeignet ist, werde die gesetzliche Krankenversicherung die in diesem Zusammenhang entstehenden Aufwendungen für die Patientenversorgung finanzieren, erklärte Pfeiffer. Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses sei es dann, die Studienergebnisse zu bewerten und darüber zu entscheiden, ob das Verfahren für eine flächendeckende Versorgung zulasten der GKV geeignet ist.

Bei der Beurteilung von Innovationen sollte künftig stärker die Sicht der Patienten und nicht die der Hersteller im Vordergrund stehen, erklärte Pfeiffer. Erst wenn der Nutzen nachgewiesen und die Sicherheit der Patienten gewährleistet sei, stelle sich die Frage nach den Kosten.

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