Ärzte Zeitung online, 10.03.2011

Blinde können Anspruch auf Barcodelesegerät haben

KASSEL (mwo). Die gesetzlichen Krankenkassen müssen blinden Menschen im Einzelfall ein Barcodelesegerät bezahlen.

Das hat [am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden. Das Gerät setzt den auf nahezu allen Produkten aufgedruckten Strichcode in Sprachinformationen um.

Das Sehvermögen der heute 51-jährigen Klägerin ging ab 2005 wegen einer Leberschen Optikus Atrophie auf zwei Prozent zurück. Als Hilfe für Einkauf und Alltag beantragte sie bei ihrer Krankenkasse ein Barcodelesegerät für gut 3000 Euro, mit dem auch eine eigene Kennzeichnung von Gegenständen möglich ist.

Das BSG zeigte sich überzeugt, dass das Barcodelesegerät insgesamt bei der hauswirtschaftlichen Versorgung hilft. Diese gehöre unstreitig zu den Grundbedürfnissen, zu deren Ausgleich die Kassen beitragen müssen.

Von den individuellen Möglichkeiten hänge es aber ab, ob das Gerät im Einzelfall wirklich notwendig und auch wirtschaftlich sei. Dies muss nun noch das Landessozialgericht prüfen.

Az.: B 3 KR 9/10 R

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Frauen leben länger, Männer glücklicher

Frauen haben in allen europäischen Ländern eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer, die zusätzlichen Jahre bescheren ihnen jedoch selten Freude. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »

Die Macht der Position

Sexismus im medizinischen Alltag: Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler bricht hier eine Lanze für die Männer. Diskriminierung kennt sie - geschlechtsunabhängig - eher durch einen anderen Faktor. mehr »