Ärzte Zeitung, 12.07.2011

BKKen sehen sich beim Krankengeld benachteiligt

BERLIN (sun). Die Betriebskrankenkassen (BKKen) beklagen sich darüber, dass die Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht gerecht verteilt werden.

BKKen sehen sich beim Krankengeld benachteiligt

Bei den einzelnen BKKen werden nicht alle Kosten für die Krankengelder auch durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds refinanziert, ergab eine Studie.

© dpa

Vor allem beim Krankengeld seien die Zuweisungen zu sehr standardisiert. Daraus ergebe sich für die BKKen eine Fehlallokation von etwa 205 Millionen Euro Krankengeld.

Das geht aus einer aktuellen Studie des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Diese Fehlallokation beim Krankengeld ergebe sich daraus, dass bei den Zuweisungen die tatsächliche Versicherten-Struktur der BKKen zu wenig berücksichtigt werde, sagte Gesundheitsökonom und IfMDA-Leiter Thomas Drabinski.

Fehlbetrag von rund 205 Millionen Euro

Unter anderem spielten bei den Zuweisungen weder das Einkommen der Versicherten noch die tatsächliche Anzahl der AU-Tage eine Rolle, so Drabinski. Daraus resultiere, dass bei den einzelnen BKKen nicht alle Kosten für die Krankengelder auch durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds refinanziert würden.

Eine Deckungsquote von 100 Prozent sei ideal. Für 2010 sei allerdings davon auszugehen, dass die BKKen bei den Krankengeld-Zuweisungen voraussichtlich eine Deckungsquote von 88,5 Prozent hätten.

Daraus ergebe sich der Fehlbetrag von rund 205 Millionen Euro. Jetzt sei der Gesetzgeber gefordert: Dieser müsse alles tun, um Finanzvolumen des Gesundheitsfonds wieder zurückzuführen und "den Kassen im selben finanziellen Ausmaß ihre Beitragsautonomie zurückgeben".

Studie von BMW BKK initiert

Die Studie wurde von der BMW BKK in Auftrag gegeben. 14 Unternehmensbetriebskrankenkassen mit insgesamt rund zwei Millionen Versicherten wurden dafür untersucht.

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesversicherungsamtes hat bereits ein Gutachten zur möglichen Neustrukturierung des Morbi-Risikostrukturausgleichs im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) erarbeitet.

Dieses liegt dem BMG bereits vor. Eine Bewertung sei noch nicht abgeschlossen, sagte ein BMG-Sprecher der "Ärzte Zeitung".

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17810)
Organisationen
BKK (2211)
BMW (145)
Personen
Thomas Drabinski (35)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »