Ärzte Zeitung online, 27.07.2011

Betriebskassen fordern Reform des Morbi-RSA

BERLIN (fuh). Die Betriebskrankenkassen (BKK) haben sich zu einer Weiterentwicklung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) positioniert.

Sie fordern für die Zukunft mehr Transparenz und Fairness und schlagen drei Reformpunkte für den RSA vor:

  • die Einführung eines Risikopools;
  • eine gerechte Erstattung der Verwaltungskosten aus dem Gesundheitsfonds sowie
  • die Anpassung der Krankengeldzuweisung, um Fehlallokationen zu korrigieren.

Auf scharfe Ablehnung stößt bei der BKK das inzwischen häufig diskutierte Modell, Morbiditätszuschlage für gestorbenen Patienten für ein volles Kalenderjahr zu verrechnen. Dieses Konzept könnte zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen führen, befürchtet die BKK in ihrem jetzt vorgelegten Positionspapier.

Gerechtigkeit mahnen die 119 Betriebskassen mit insgesamt 13 Millionen Versicherten auch mit Blick auf die Verwaltungskosten an.

Würden diese, wie in den letzten zwei Jahren geschehen, ausgeglichen, ohne sich an den wirklich nötigen Ausgaben zu orientieren, "dann werden sich ineffiziente Verwaltungen nicht um Effizienz bemühen".

Die Konsequenz: Krankenkassen mit schlanken Verwaltungen würden aus dem Gesundheitsfonds nicht "belohnt".

Der "Morbi-RSA" sei "eine hochkomplizierte Umverteilungsmaschinerie, die einerseits Begehrlichkeiten weckt und andererseits unfaire Wettbewerbsverzerrungen produziert", heißt es in dem Papier weiter. Eine Reform des RSA sei unabdingbar, um gerechte Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Die Bundesregierung hatte bereits in ihrem Koalitionsvertrag im Oktober 2009 vereinbart, ein gerechteres und transparenteres Finanzierungssystem für die GKV auf den Weg zu bringen.

Der Morbi-RSA, hieß es, müsse reduziert, vereinfacht, unbürokratischer gestaltet und besser gegen Manipulationen geschützt werden.

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