Ärzte Zeitung online, 02.08.2011

Arzneien im Notfall: Lineal für richtige Dosierung

STUTTGART (dpa). Falschen Arzneimitteldosierungen bei Kindern soll ein neues "Notfalllineal" einen Riegel vorschieben.

Das Lineal wird im Ernstfall an das Kind angelegt, um die Größe und die dafür passende Dosierungsempfehlungen für die am häufigsten bei Notfällen eingesetzten Medikamente zu ermitteln, erläuterte der baden-württembergische Landeschef der Techniker Krankenkasse (TK), Andreas Vogt, am Dienstag in Stuttgart.

Viele Kinder müssen von Notärzten und Rettungsassistenten versorgt werden. Aber die Mediziner hätten nur wenig Erfahrung mit jungen Patienten, die Medikamente benötigen, hieß es.

Das habe zur Folge, dass falsche Dosierungen dreimal so häufig vorkommen wie bei Erwachsenen. Atemlähmung oder Herzstillstand könnten die Folge sein.

Das Notfalllineal geht auf eine Initiative unter anderem der TK und von Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz und Johanniter zurück.

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind den Angaben zufolge die ersten Bundesländer, in denen das Notfall-Lineal flächendeckend eingesetzt wird. Im Südwesten werden alle rund 600 Einsatzfahrzeuge und Hubschrauber damit ausgerüstet.

Ein Drittel der Notfälle mit Kindern geht laut TK auf Unfälle zurück, ein weiteres Drittel auf fieberbedingte Krampfanfälle. Jeder fünfte Notfall wird durch Atemwegserkrankungen ausgelöst.

Hinzu kommen Ertrinkungsunfälle, Vergiftungen, Verbrennungen und Verbrühungen. In rund der Hälfte der Einsätze muss der Notarzt nach Angaben der Krankenkasse den Kindern Medikamente verabreichen.

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