Ärzte Zeitung, 17.11.2011

Kommentar

Kontrollterror gefährdet Patienten

Von Ruth Ney

Präparate, die unter die Betäubungsmittelverordnung fallen, werden meist für Schwerkranke mit Schmerzen verordnet. Um dem Missbrauch der stark wirksamen Substanzen vorzubeugen, sind die Verordnungsvorschriften aus gutem Grund streng.

Auch viele Formalien müssen genau eingehalten werden. Palliativmediziner bemängeln, dass dies manche Ärzte von der BtM-Verordnung abschrecke. Die Folge: Schmerzpatienten werden nicht ausreichend versorgt.

Durch den Kontrollterror einiger BKKen nimmt diese Gefahr jetzt zu. Sie nehmen eine "nachlässige ärztliche Verordnungspraxis" auf BtM-Rezepten zum Anlass, um Apotheken gelieferte Medikamente nicht zu bezahlen.

Bei den Beanstandungen der Kassen geht es aber nicht um Höchstmengenüberschreitungen, sondern nur um banale Formfehler wie das fehlende Wort "schriftlich" oder ein handschriftliches Kreuzchen, das nicht gegengezeichnet wurde.

Apotheken werden daher künftig das Rezept dreimal prüfen und eventuell vom Arzt korrigieren lassen, bevor der Patient sein Medikament erhält.

Ärzte könnten bei der BtM-Verordnung weiter verunsichert werden. Hier muss juristisch nachgebessert werden, um die Versorgung nicht unnötig zu gefährden.

Lesen Sie dazu auch:
Retaxwut ärgert Ärzte und Apotheker

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »