Ärzte Zeitung online, 09.12.2011

Die letzten Kassen schaffen Zusatzbeiträge ab

BERLIN (dpa). Die letzten Krankenkassen, die noch einen Zusatzbeitrag erheben, wollen den Aufschlag nach einem Bericht der "Nürnberger Nachrichten" wohl bereits im zweiten Quartal 2012 abschaffen.

Bei der BKK Phoenix etwa gebe es eine Beschlussvorlage, den Zusatzbeitrag zum 1. April abzuschaffen, sagte ein Sprecher dem Blatt.

Für die Mitglieder der BKK advita werde es ab dem zweiten Quartal ebenfalls günstiger, so die Zeitung. Bei der BKK Hoesch wolle man bald entscheiden, ob die Pauschale erheblich verringert oder ganz abgeschafft werde.

Bei der BKK Publik hieß es hingegen, noch sei nichts geplant. Bereits die DAK und die BKK Gesundheit, die im neuen Jahr fusionieren wollen, hatten angekündigt, nach ihrer geplanten Fusion ihre Zusatzbeiträge zu streichen.

Auch die KKH-Allianz und die Deutsche BKK wollen den Aufschlag nicht mehr verlangen.

Fast vier Milliarden Euro Überschuss

Die Finanzlage der Kassen hat sich wegen der noch guten Konjunktur und Spareffekten zuletzt stark verbessert. Nur wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, müssen sie Zusatzbeiträge erheben.

Die Kassen schlossen die ersten neun Monate dieses Jahres mit einem Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro ab. Ein Jahr zuvor lag das Plus zum gleichen Zeitpunkt bei lediglich 277 Millionen Euro.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband rechnet allerdings damit, dass Kassen den Zusatzbeitrag nach 2013 wieder erheben.

Auf die Versicherungen kämen "erhebliche Mehrkosten" zu, sagte die Gesundheitsexpertin des Verbands, Ilona Köster-Steinbach, der Zeitung. "2014 wird der Beitrag wieder kommen."

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