Ärzte Zeitung, 20.12.2011

Online-Patientenquittung ist der Renner

Was rechnen Ärzte für die Behandlung ab? Versicherte der AOK NordWest bekommen die Antwort auf diese Frage online. Das Angebot zieht - mehr als 20.000 Menschen haben es bereits genutzt.

Patientenquittung im Internet ist bei AOK-Versicherten der Renner

Was zahlt meine Kasse für mich? Darüber können sich AOK-Versicherte jetzt leicht einen Überblick verschaffen.

© AOK

KÖLN (iss). Mit ihrem Angebot einer Patienten-Quittung stößt die AOK NordWest auf große Resonanz. Wenige Wochen nach Einführung des Angebots nutzen es nach Angaben der Krankenkasse bereits 20.000 Versicherte.

Sie können im Internet über Benutzername und Passwort einsehen, welche Leistungen über ihre Krankenversichertenkarte abgerechnet wurden.

Viele positive Rückmeldungen

Viele Versicherte haben sich bei der Kasse gemeldet und das neue Angebot und die damit geschaffene Transparenz begrüßt, sagt Sprecher Jens Kuschel. "Noch immer bekommen wir über die Hotline positive Rückmeldungen."

Im Internet können die Versicherten sich sowohl einen Kurzüberblick über die für sie abgerechneten Leistungen verschaffen als auch die einzelnen Bereiche wie ambulante oder stationäre Behandlung im Detail ansehen.

Während die Klinik- und Arzneimittel-Abrechnungen verhältnismäßig schnell einsehbar sind, dauert es bei den niedergelassenen Ärzten länger, weil zunächst die Quartalsabrechnung vorliegen muss.

70.000 neue MItglieder für AOK NordWest

Die AOK NordWest - der Zusammenschluss der Ortskrankenkassen Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein - hat im laufenden Jahr bislang 70.000 neue Mitglieder gewonnen und zurzeit 2,8 Millionen Versicherte.

Die Kasse will bis Ende 2012 keinen Zusatzbeitrag erheben und ist auch für 2013 optimistisch. Für 2012 hat der Verwaltungsrat ein Haushaltsvolumen von 7,9 Milliarden Euro verabschiedet.

Von den Leistungsausgaben werden 40 Prozent in den Krankenhaussektor fließen, 18 Prozent sind für Arzneimittel vorgesehen und 16 Prozent für niedergelassene Ärzte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Quittung sorgt für mehr Durchblick

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[21.12.2011, 17:43:28]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Placebo-Formular
Offensichtlich präsentieren die Kassen falsche bzw. irreführende Zahlen.

Wie falsch müssen Daten sein, um verboten zu werden?

Übrigens - Warum steht z.B. nichts darüber, dass das deutsche ambulante Gesundheitswesen zu den billigsten, aber auch zu den besten aller Industrieländer gehört? zum Beitrag »
[20.12.2011, 18:33:51]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Musterberechnung in Musterstadt
Der Musterarzt aus Musterstadt taucht mit s e i n e r RLV-getriggerten, pauschalen Quartalsabrechnung auf dem Musterausriss der AOK NordWest gar nicht erst auf - weil er bei gedeckelter Gesamtvergütung nicht mal einen festen Punktwert kennt!

Verschwiegen wird allerdings (ganz bewusst?) von der AOK NordWest, dass für 2 der 3 offensichtlich für ein zuzahlungsbefreites Kind unter 12 Jahren verordneten Medikamente als Brutto-Apothekenentnahmehonorar 16,20 € (abzüglich Zwangsrabatt) abgerechnet werden. Wäre es ein Familienmitglied ab dem 18. Geburtstag gewesen, hätten z u s ä t z l i c h noch 10,00 € Rezeptgebühr bezahlt werden müssen. Für Nasenspray K Hexal hätte es schon mit dem 12. Geburtstag einen Erstattungsausschluss gegeben.

Für einen AOK-Versicherten ab dem 18. Geburtstag stehen 34,74 € Brutto- Rezeptkosten (Mehrwertsteuer inklusive) medikationsfremde Ausgaben für Rezeptgebühren und Apothekenhonorare von insgesamt 26,20 € gegenüber! Der Medikationswert von 24,58 Prozent provoziert Kosten von 75,42 Prozent. D a s sind die Ursachen für europaweit völlig überhöhte Kosten von verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland, n i c h t die Vertragsarzthonorare. Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[20.12.2011, 17:52:49]
Dr. Wolf - Dieter Olbrich 
wer rechnet denn mit der Kasse ab?
Der Vertragsarzt rechnet mit der KV ab, die nach unergründlicher Logik das Gesamthonorar welches die Kassen(mit befreiender Wirkung gezahlt!) zur Verfügung stellten, an die einzelnen Vertragspartner verteilt. Aus gutem Grund ist in dem Artikel keine Leistungsübersicht, sondern eine Verordnungsaufzählung abgebildet. Von den einzelnen Leistungsberechnungen weiß doch die Kasse nichts. Interessiert sie auch nicht.  zum Beitrag »
[20.12.2011, 17:36:21]
Dr. Stefan Krüger 
Entscheidend ist was ausgezahlt wird
Wieviel ein niedergelassener Arzt für einen bestimmten Patienten gegenüber dessen Kasse abrechnet, ist doch voellig irrelevant. Entscheidend ist doch, was er davon auch ausgezahlt bekommt. Und das ist bekanntermassen auf Grund diverser Regelungen der Budgetierung wie RLV, QZV, Quotierungen uvm. nur ein Teil der abgerechneten (und erbrachten) Leistung. Wenn überhaupt, dann reicht es folglich auch nicht, die Quartalsabrechnung abzuwarten, sondern dann muss schon der Honorarbescheid vier Monate später abgewartet werden. Ein Patient, der Anfang Januar beim Arzt war, koennte dann frühestens Ende Juli erfahren, welche Vergütung sein Arzt für die Behandlung tatsächlich erhalten hat. Früher erfährt es der Arzt auch nicht. zum Beitrag »

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