Ärzte Zeitung, 11.01.2012

Kommentar

Ulla Schmidt ist fast am Ziel

Von Anno Fricke

Ulla Schmidt hat ihr Ziel fast erreicht. 30 bis 50 Kassen seien genug, hatte die SPD-Politikerin und Langzeit-Gesundheitsministerin noch 2009 gesagt. Genug, um den Versicherten ausreichend Wahlmöglichkeiten zu belassen. Daniel Bahr, ihr Nach-Nachfolger im Amt, stemmt sich auch nicht gerade verbissen gegen ein weiteres Abschmelzen der Kassenzahl.

Seit Neujahr gibt es noch 146 Krankenkassen. Nur rund 60 haben überhaupt mehr als 50.000 Mitglieder. Von den übrigen sind rund 30 auf Unternehmensbelegschaften beschränkt. Dominiert wird die Szene von Giganten wie der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse, der DAK Gesundheit oder Ortskrankenkassen.

Konsolidiert hat sich der Markt noch lange nicht. Auch 2012 wird die Zahl der Kassen schrumpfen. Um keine Zusatzbeiträge erheben zu müssen - was heutzutage das Ende der Eigenständigkeit bedeutet - pokern viele Kassen hoch. Ein Beispiel: Vor einem halben Jahr hielten ein Viertel der rund 100 bundesweit geöffneten Kassen nicht einmal die gesetzliche Mindestreserve vor.

Für Ärzte hat die grassierende Fusionitis sogar ihr Gutes. Weniger Kassen bedeuten weniger Verträge und auch sonst weniger Papierkram in der Praxis.

Lesen Sie dazu auch:
Kassen drehen weiter am Fusionskarussell

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Mit Pflege-Ko-Pilot Gewalt vermeiden

Etwa 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause ohne Hilfe von Profis gepflegt. Überforderung, Vernachlässigung und nicht selten auch Gewalt sind die Folgen. Jetzt wird über Hilfe für die Helfer nachgedacht. mehr »

Mehr Handhygiene in Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfekte bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »