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Ärzte Zeitung, 30.01.2012

KKH-Allianz trennt sich

KKH-Allianz ist bald Geschichte

Die Ehe wird geschieden: Die KKH-Allianz und die Allianz Private Krankenversicherung gehen ab 2013 getrennte Wege. Damit ist die spektakulärste Kooperation zwischen einer gesetzlichen Krankenkasse und einem privaten Krankenversicherer gescheitert.

KÖLN (iss). Die KKH-Allianz und die Allianz Private Krankenversicherung werden ihre Zusammenarbeit zum Jahresende einstellen. "Die gegenseitigen Erwartungen der Kooperationspartner haben sich angesichts der bestehenden rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen nur teilweise erfüllt", teilen sie mit.

Ab 2013 wird die Kasse nicht mehr KKH-Allianz heißen; der neue Name steht nach Angaben von Sprecherin Daniela Preußner noch nicht fest. Die Kaufmännische Krankenkasse Hannover hatte zum 1. April 2009 mit der Allianz BKK fusioniert, am 1. Juli 2009 kam die Metro AG Kaufhof BKK hinzu.

Nicht wie gewünscht umgesetzt

Die Kasse und das PKV-Unternehmen wollten weit über die sonst übliche Vertriebskooperation hinausgehen. Ehrgeizige Pläne hatten sie gerade beim Thema Versorgungsmanagement. Gemeinsame Lösungen sollten sowohl die Steuerung von Kosten und Ressourcen umfassen als auch konkrete Versorgungsangebote.

"Die Idee war gut, aber aufgrund der schwieriger gewordenen politischen Rahmenbedingungen konnten wir sie nicht wie gewünscht umsetzen", sagt Preußner.

Bei der Entscheidung, die Kooperation zu beenden, hätten solche externen Gründe überwogen. Hinzu komme, dass die Kassen jetzt mehr Spielräume hätten, mit eigenen Produkten auf den Markt zu gehen.

Neuer Partner gesucht

Die KKH-Allianz, die 1,8 Millionen Versicherte hat, wird sich einen neuen privaten Partner suchen, kündigt Preußner an. "Dabei wird es um eine ganz normale Vertriebskooperation gehen und nicht um so ambitionierte Ziele wie eine Verzahnung."

Für Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg, kommt das Ende des Experiments nicht überraschend. "Die Partner sind mit viel zu hohen Erwartungen an die Zusammenarbeit gegangen", sagt er. Gerade die Vorstellung eines gemeinsamen Versorgungsmanagements sei unrealistisch gewesen.

Der Verweis auf die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen greift Jacobs' Ansicht nach nicht. "In dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen drei Jahren nicht sehr viel verändert."

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