Ärzte Zeitung, 10.04.2012

BIG direkt kündigt Hausarztverträge

KÖLN (iss). Der Hausarztvertrag der Krankenkasse BIG direkt und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) läuft sukzessive aus.

Überall dort, wo es einen Schiedsspruch zu den Verträgen der Krankenkassen und des Hausärzteverbands gibt, kündigt die BIG direkt die Vereinbarung mit den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Die Arbeitsgemeinschaft Vertragskoordinierung der KBV und die Dortmunder Direktkrankenkasse hatten den Hausarztvertrag Mitte 2008 abgeschlossen. Bislang beteiligten sich bundesweit rund 3850 Hausärzte und 11.000 Versicherte.

"Wir wollen keine unterschiedliche Gemengelage zur hausarztzentrierten Versorgung haben", sagt Vorstand Frank Neumann der "Ärzte Zeitung".

Für die BIG direkt mit ihren rund 400 000 Versicherten mache es keinen Sinn, regional mehrere unterschiedliche Hausarztverträge vorzuhalten. "Wir wollen ein einheitliches Produkt anbieten", sagt er.

Vertrag läuft in Regionen ohne Schiedsspruch weiter

Der administrative Aufwand wäre für die Kasse sonst nicht zu schultern. Außerdem sei es auch schwierig, den Versicherten der Kasse die Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten zu erklären, so Neumann.

In Nordrhein-Westfalen hat die BIG die Hausarztverträge zum 30. Juni gekündigt. Hier nehmen 1800 Allgemeinärzte, hausärztliche Internisten und Kinderärzte teil.

Seit dem 1. April können keine neuen Versicherten mehr eingeschrieben werden. Die knapp 7900 Patienten, die zurzeit an dem KBV-Vertrag teilnehmen, müssen sich in die Verträge mit dem Hausärzteverband neu einschreiben.

In den Regionen allerdings, für die es bisher noch keine Schiedssprüche gibt, läuft der KBV-Vertrag zunächst weiter.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »