Ärzte Zeitung online, 28.04.2012

Kassen haben Nachholbedarf bei Social Media

BERLIN (ths). Etliche gesetzliche Krankenkassen ignorieren Social Media. Und diejenigen, die diesen neuen Kommunikationsweg nutzen, machen es meist mehr schlecht als recht.

Kassen haben Nachholbedarf bei Social Media

Viele Kassen verschließen sich laut einer Studie noch immer dem Social-Media-Trend.

© Angelika Warmuth / dpa

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung TCP Terra Consulting Partners (TCP), die die Social-Media-Aktivitäten von 43 gesetzlichen Kassen unter die Lupe genommen hat.

Wie das Unternehmen mitteilte, liegt dabei einiges im Argen. 51 Prozent der untersuchten Krankenkassen waren in sozialen Netzwerken überhaupt nicht zu finden.

Nur ein Drittel betreibt eine eigene Facebook-Seite. In Twitter sind weniger als die Hälfte aktiv.

Solche Zahlen sind für TCP ein Unding. "Die sozialen Netzwerke als kundenorientierte GKV zu ignorieren, ist grob fahrlässig", heißt es in einer Mitteilung.

Kundendialog stark verbesserungswürdig

Viel Luft nach oben haben die Kassen auch, was die Qualität ihrer Social-Media-Aktivitäten anbelangt. Laut TCP hinken die Kassen mehrheitlich in der Kommunikation und Interaktion in den sozialen Medien hinterher.

Vor allem der Kundendialog sei stark verbesserungswürdig. Nach Angaben von TCP ignoriert jede zweite Kasse Kundenanliegen komplett und antwortet in Facebook schlichtweg auf Pinnwandeinträge überhaupt nicht.

Bei mehreren Kassen seien die Pinnwände für Nutzer ohne erkennbaren Grund ganz gesperrt.

BIG direkt gesund ist Social-Media-Kassenkönig

Nur eine der 43 getesteten Kassen habe mit ihrer Aktivität in sozialen Netzwerken überzeugt: die BIG direkt gesund.

Die Dortmunder Direktkrankenversicherung, die nach eigenen Angaben 390.000 Versicherte hat, hat laut TCP-Studie "eine klare Social-Media-Vorreiterrolle in der GKV" inne.

Auf einem guten Weg befänden sich die mhplus Krankenkasse, die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse, die SBK sowie die stellvertretend für alle AOKen getesteten AOKen Bayern, Nordost und AOK Plus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »