Ärzte Zeitung, 22.01.2013
 

Krankenkassen

SPD gegen "Wucher" bei Beitragsschuld

BERLIN. Die SPD im Bundestag will GKV-Mitglieder, die mit Beitragszahlungen im Rückstand sind, entlasten.

Seit 2007 gelten für freiwillig Versicherte und bisher nicht Krankenversicherte Säumniszuschläge von fünf Prozent im Monat. Das nennt die SPD "ungerechten Wucher", da aus kleinen Beitragsschulden in kurzer Zeit "riesige Schuldenberge" würden.

Im Jahr 2007 hat die große Koalition eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht geschaffen. Dabei, so die SPD, seien auf Drängen der Union die Sanktionsmöglichkeiten für Kassen verschärft worden.

Mitte 2012 hatten 1,6 Millionen GKV-Versicherte Beitragsschulden von 1,53 Milliarden Euro angehäuft. Aus Sicht der SPD ist ein Zuschlag in Höhe von einem Prozent "angemessen und ausreichend". Zudem will die Fraktion Nichtversicherte bei der rückwirkenden Beitragspflicht entlasten.

Dazu will sie die geltende PKV-Regelung übernehmen: Danach soll für jeden angefangenen Monat der Nichtversicherung ein Monatsbeitrag fällig werden.

Ab dem sechsten Monat soll der Betroffene für jeden weiteren Monat ein Sechstel eines Monatsbeitrags zahlen. Für "Altfälle" will die SPD eine Übergangslösung". (fst)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16993)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »