Ärzte Zeitung, 08.07.2013
 

GKV

DGB fordert gerechte Finanzierung

BERLIN. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen umfassenden Umbau der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

"Die Finanzierungsgrundlagen müssen nach der Bundestagswahl solide und solidarisch reformiert werden", sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Freitag in Berlin.

Andernfalls drohten die derzeitigen Überschüsse der Kassen "schon bald wie Schnee in der Sonne" wegzuschmelzen. Gerechtigkeitslücken müssten geschlossen und die Belastungen für die große Mehrheit der Versicherten gesenkt werden, betonte Buntenbach.

Der DGB stellte ein Stufenmodell vor: Das sieht ab 2014 eine Absenkung des Beitragssatzes von derzeit 15,5 Prozent auf 15,2 Prozent vor. Die Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sollen schrittweise angeglichen werden.

Ab 2015 sollen die Beiträge dann wieder paritätisch finanziert werden. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber läge der Beitragssatz dann jeweils bei 7,6 Prozent. Zurzeit zahlen die Arbeitnehmer 8,2 Prozent, die Arbeitgeber 7,3 Prozent.

Laut DGB-Modell soll zudem die Finanzierung der Krankenversicherung auf eine breitere Basis gestellt werden. Dazu soll die Beitragsbemessungsgrenze ab 2014 schrittweise von derzeit etwa 3937 Euro auf 5800 Euro im Monat erhöht werden.

Die Ausgaben der Kassen sollen durch die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf verschreibungspflichtige Arzneien verringert werden. Dies schaffe trotz der Entlastung für die Arbeitnehmer neue Finanzierungsspielräume, so der DGB. (sun)

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