Ärzte Zeitung, 16.08.2013

Bundestagswahl

PKV wird sich Reformen stellen müssen

Die PKV war mit der schwarz-gelben Koalition nicht unzufrieden. Aber auch in der Union wird der Ruf nach Veränderungen in der Branche lauter.

Von Ilse Schlingensiepen

PKV wird sich Reformen stellen müssen

Wie es mit der PKV nach der Wahl weitergeht ist ungewiss.

© ARCO IMAGES / imago

KÖLN. Den Wahlsieg von Union und FDP vor vier Jahren nahm die Mehrheit der privaten Krankenversicherer (PKV) erleichtert zur Kenntnis. Das Schreckgespenst der Bürgerversicherung hatte sich zunächst verflüchtigt.

Die Branchenvertreter setzten große Hoffnungen darauf, dass die schwarz-gelbe Koalition die Rahmenbedingungen für die PKV verbessert.

Im Großen und Ganzen fühlen sie sich heute darin zwar bestätigt, dürfen sich auf dem Erreichten aber nicht ausruhen. Auch im Regierungslager werden die Stimmen lauter, die auf Reformen in der Branche drängen.

Gutes Geschäft mit Pflege-Bahr

"Wir waren vor einigen Jahren viel stärker in der Defensive, als wir es heute sind", sagt Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des Marktführers Debeka und Vorsitzender des PKV-Verbands.

Die Bundesregierung hat einige Projekte auf den Weg gebracht, die der Branche genutzt haben. Das war zuvorderst die Rücknahme der 2007 eingeführten Drei-Jahresfrist für den Wechsel von besser verdienenden Arbeitnehmern von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung.

Diese Maßnahme der Großen Koalition hatte in der Branche zu spürbaren Rückgängen des Neugeschäfts in der Vollversicherung geführt.

Für eine Belebung des Geschäfts der PKV-Unternehmen hat die Regierung auch mit der Einführung der geförderten privaten Pflegezusatzversicherung gesorgt, dem sogenannten Pflege-Bahr oder - wie es Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr lieber hört - der Bahr-Pflege.

"Endlich ist dieses Thema mit Leben erfüllt worden", sagt Laue. Bis Ende Mai hatten die Versicherer 150.000 der neuartigen Policen abgesetzt. Laue hält die Hoffnung des Ministers für realistisch, dass es bis Ende 2014 eine Million Abschlüsse gibt.

Positiv für die Branche war auch die Tatsache, dass...

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