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Ärzte Zeitung, 21.03.2014

Umfrage

Überlastung im Job Grund fürs Krankfeiern

Manche feiern krank, wenn es zu viel Arbeit gibt, andere gehen deswegen sogar dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. Eine Umfrage gibt Hinweise auf die Befindlichkeit der Erwerbstätigen in Deutschland.

Dresden. Jeder dritte Erwerbstätige fühlt sich in seinem Job regelmäßig überlastet, und häufig ist dies Grund fürs Blaumachen, wie eine repräsentative Umfrage für die Krankenkasse IKK classic ergab.

Zugleich ist demnach aber die befürchtete Überlastung der Kollegen auch für viele Anlass, krank zur Arbeit zu gehen.

Elf Prozent der Befragten gaben an, schon einmal krankgefeiert zu haben. Fast jeder zweite (43 Prozent) begründete dies mit dem Wunsch nach einer Auszeit wegen Überlastung.

Viel mehr, nämlich 80 Prozent, sind nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren aber mindestens einmal trotz leichter Krankheit zur Arbeit gegangen. Davon gaben 68 Prozent an, die Kollegen wegen der vielen Arbeit nicht im Stich lassen zu wollen.

Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden im Februar 1000 deutschsprachige Erwerbstätige in Deutschland telefonisch befragt.

„Wenn der Schreibtisch überzuquellen droht, hilft Blaumachen ebenso wenig, wie krank zur Arbeit zu gehen“, erklärte Gerd Ludwig, Vorstandsvorsitzender der IKK classic, in Dresden. Dauerhafte Überlastung sei ein erstzunehmendes Gesundheitsrisiko.

Fünf Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich der Umfrage zufolge im Job ständig überlastet, weitere 28 Prozent erklärten demnach, häufig überlastet zu sein. Hauptgründe seien Zeitdruck (63 Prozent), zu viel Arbeit (62 Prozent) und geringe Wertschätzung der Arbeit (30 Prozent).

[21.03.2014, 14:53:02]
Eva Pichler 
Zuhause zu bleiben bei Überlastung/Überforderung ist KEIN Blaumachen!
Interessant ist, dass dies oftmals so dargestellt wird. Blau machen ist in Krankenstand zu gehen, weil man einfach mal frei haben will, und ohne dass Probleme vorliegen.
"Blaumachen" bei Überlastung ist ein Krankheitsfall, Menschen nehmen diesen Schutzraum in Anspruch, da sie offenbar selbst spüren, dass es zu weiterem größeren Schaden kommen kann (Zusammenbruch, Langzeitausfall).
Wie im Artikel beschrieben, ist dauerhafte Überlastung ein ERNSTZUNEHMENDES Gesundheitsrisiko, dass nicht selten unterschätzt wird, Menschen zwingen sich aus Angst vor Verlust des Jobs krank in die Arbeit - Frühberentungen sind nicht selten die Folge.
Es ist erschreckend, aber völlig tatsachenrichtig, dass sich 30 % der Mitarbeiter NICHT wertgeschätzt fühlen, was ein großes Erkrankungspotenzial beinhaltet. Oft geht auch Mobbing damit Hand in Hand, den in Firmen ohne MA-Respekt/Wertschätzung wird gerne gemobbt.

Dr. Bämayr beschreibt in seinem Fachwerk: DAS MOBBINGSYNDROM www.mobbingsyndrom.de versiertest die persönlichen und volkswirtschaftlichen Schäden von psychischer Gewalt am Arbeitsplatz, weiters finden sich Facharbeiten kostenlos zum Download!

Leider verschleiern zuständige Stellen als auch Legislative das große Problem Mobbing,vertuschen dieses unter dem Mäntelchen des "Burnouts".
Folge: Jeder 5. Suizid geht auf Mobbing zurück!
www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at zum Beitrag »

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