Ärzte Zeitung, 11.06.2014

Kommentar zum neuen Beitragsrecht

Unnötige Verwirrung

Von Helmut Laschet

Von einem "großen Experiment" sprechen manche Medien im Zusammenhang mit dem geplanten neuen Beitragsrecht für die Kassen, die Grünen werfen der Koalition gar vor, sie habe kein soziales Gewissen. Beides ist Unsinn, der Verwirrung stiftet.

Tatsächlich entschärft die Koalition den Wettbewerb der Krankenkassen, indem sie den bislang möglichen Euro-Zusatzbeitrag, den SPD-Politiker als Kopfpauschale geschmäht hatten, in einen prozentualen Zusatzbeitrag umwandelt, der nicht mehr direkt beim Versicherten eingetrieben, sondern vom Lohn abgezogen wird.

Diese Modifikation wird für den im Vertragsgeschäft federführenden GKV-Spitzenverband kein Grund sein, von seinem bisherigen Sparkurs abzuweichen. Für die Vertragspartner wie etwa die KBV wird also nichts leichter durch das neue Beitragsrecht.

Dieses ist auch nicht asozial, wie die Grünen glauben machen wollen. Zu keiner Zeit und in keiner sozialen Versicherung hat es eine Begrenzung des Beitragssatzes für Geringverdiener gegeben.

Die Grünen machen ein Fass auf, wohl wissend, dass sie nicht die Verantwortung für die Finanzierung übernehmen müssen. Überdies: Auch im neuen Beitragsrecht wird es Kassen mit kleineren und größeren Zusatzbeiträgen geben. Der Versicherte kann wählen.

Lesen Sie dazu auch:
BMG: Kassen werden weiter sparsam sein

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17807)
Organisationen
KBV (7132)
Personen
Helmut Laschet (1479)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »