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Ärzte Zeitung, 23.02.2015

KV Westfalen-Lippe

Honorarabschluss unter Dach und Fach

Schnelle, geräuschlose Verhandlungen bescheren Ärzten ein Honorarplus von 3,4 Prozent - doch manche Ziele bleiben offen.

DORTMUND. Schnell und ohne großes Hin und Her haben sich die Kassenärztliche Vereinigung WestfalenLippe (KVWL) und die Krankenkassen über den Honorarabschluss für 2015 verständigt.

"Wir haben uns geeinigt, weil wir uns einigen wollten. Und wir haben ein Ergebnis gefunden, das für beide Seiten tragbar ist", sagte der 2. KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann auf der KVWL-Vertreterversammlung in Dortmund.

In diesem Jahr wächst das Honorar der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in WestfalenLippe um insgesamt 112,7 Millionen Euro. Das seien 3,4 Prozent mehr als die abgerechnete Gesamtvergütung im Jahr 2014, erläuterte Nordmann in Dortmund.

Die basiswirksame Steigerung beläuft sich auf 79,3 Millionen Euro: 40,8 Millionen Euro durch die Erhöhung des Orientierungspunktwertes, 25,9 Millionen Euro für die Förderung der Grundversorgung und 12,6 Millionen Euro für die Veränderung der Morbidität.

Außerdem habe die KVWL zusätzliche, nicht sockelwirksame Mittel verhandeln können, sagte er.

Das sind zum einen 28,4 Millionen Euro als Erfolgsbeteiligung für die rationelle und wirtschaftliche Arzneimittelverordnung. Zum anderen erhalten die KVWL-Mitglieder 5 Millionen Euro für die Netzförderung und Versorgungsverbesserungen.

Die KVWL ist aber nicht in allen Fragen erfolgreich gewesen. Er habe versucht, die budgetierten Gesprächsleistungen in der Psychotherapie in den extrabudgetären Bereich zu holen, berichtete Nordmann.

"Mit diesem Ansinnen bin ich bei den Kassen allerdings auf eine undurchdringliche Mauer gestoßen." Dabei seien die Primärkassen offener gewesen als die Ersatzkassen.

Auch mit der Forderung der Beteiligung der Kassen an den Strukturkosten des Notfalldienstes sei er auf Beton gestoßen, sagte Nordmann.

Auch der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordwest Martin Litsch zeigte sich mit der Vereinbarung zufrieden. "Mit dem Abschluss honorieren wir die engagierte Arbeit der Haus- und Fachärzte im Interesse einer guten Patientenversorgung." (iss)

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