Ärzte Zeitung online, 26.02.2015

GKV-Finanzen 2014

Kassen erstmals ganzjährig im Defizit

Zum ersten Mal seit 2008 haben die Kassen mehr ausgegeben als sie eingenommen haben. Im Jahr 2014 steht ein Minus von einer Milliarde Euro zu Buche, wie der GKV-Spitzenverband bekannt gab.

BERLIN. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes haben die Krankenkassen im Jahr 2014 eine Milliarde Euro mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben.

Mit rund fünf Prozent sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich stärker gestiegen als die Einnahmen (plus drei Prozent). Als Folge entstand erstmals seit sechs Jahren ein Defizit von rund einer Milliarde Euro.

Allerdings verfügt das GKV-System noch über Reserven von insgesamt 29 Milliarden Euro, davon 12,6 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds und 16 Milliarden Euro bei den Einzelkassen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im Vorgriff auf die in den nächsten Tagen vom Bundesgesundheitsministerium zu veröffentlichenden vorläufigen Finanzdaten der GKV berichtet.

Zum teil hohe Prämienzahlungen einzelner Kassen

Ursächlich für das Defizit sind auch einmalige Sondereffekte: etwa der von 16 auf sieben Prozent gesenkte gesetzliche Arzneimittelrabatt sowie teils hohe Prämienzahlungen einzelner Kassen an ihre Versicherten, die auf Überschüssen der Vorjahre beruhen.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek), dessen Mitglieder allein auf ein Minus von 1,1 Milliarden Euro kommen, kritisiert die Ausgestaltung des Morbi-RSA, der den Ortskrankenkassen einen Überschuss von 420 Millionen Euro beschert habe.

In den vergangenen Jahren hatte die GKV Reserven angehäuft, die das Gesundheitsministerium noch im November auf rund 16 Milliarden Euro bezifferte. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »