Ärzte Zeitung online, 11.06.2015

TK-Studie zeigt

Viele Patienten schlucken die Pillen von anderen

HAMBURG. Rund elf Prozenten der Versicherten der Techniker Krankenkasse haben in den vergangenen fünf Jahren ein rezeptpflichtiges Arzneimittel eingenommen, das nicht ihnen verordnet wurde.

Das geht aus einer Umfrage des Instituts Forsa unter 1009 Personen hervor, 501 unter ihnen waren TK-Mitglieder. Nach Angaben der Demoskopen ist die Umfrage nicht bevölkerungsrepräsentativ.

Unter den Befragten anderer gesetzlicher Kassen gaben sogar 15 Prozent an, sich an einem Medikament "aus zweiter Hand" bedient zu haben. In der Gruppe der 18- bis 39-Jährigen seien es sogar knapp 20 Prozent der Befragten gewesen, die am Arzt vorbei ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingenommen haben.

Für die TK sieht Tim Steimle, Leiter des Fachbereichs Arzneimittel, "erheblichen Aufklärungsbedarf.

Die Kasse biete ihren Versicherten eine Auflistung über die in der Apotheke eingelösten Verordnungen der vergangenen zwei Jahre an. Versicherte, die über 65 Jahre sind, erhalten in der Auflistung zusätzlich einen Hinweis, wenn ein Medikament in der sogenannten Priscus-Liste geführt wird. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[11.06.2015, 14:05:21]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wie gut,
...dass bei der Forsa-Umfrage im Auftrag der TK nicht auch noch alle Haustiere unserer Patientinnen und Patienten mit befragt wurden und beantworten mussten, welche Medikamente Sie selbst aus dem Familien-, Freundes-, Nachbar- und Bekanntenkreis ins Futter gemischt bekommen?

Mf+kG, Dr.med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »