Ärzte Zeitung, 10.07.2015

Patientenberatung

"UPD soll über Fonds bezahlt werden!"

BERLIN. Die Bürger Initiative Gesundheit fordert, die Unabhängige Patientenberatung (UPD) künftig über einen Fonds zu finanzieren.

Mit diesem Vorschlag schaltet sich die Initiative um Wolfram-Arnim Candidus in die Debatte um den Fortbestand der UPD ein.

Wie berichtet, hat der Spitzenverband der Krankenkassen die Organisation der UPD ab 2016 neu ausgeschrieben. Um den Auftrag hatte sich auch das Duisburger Unternehmen Sanvartis beworben.

Es arbeitet bereits als spezialisiertes Callcenter für Krankenkassen und Pharma-Unternehmen. Mehrere Ärzte-Verbände zeigten sich ebenso alarmiert und sprachen sich gegen eine mögliche Vergabe an Sanvartis aus. Sie forderten zudem den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), auf einzugreifen.

Bislang wird die UPD vom Sozialverband VDK, der Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund unabhängiger Patientenberatung gemeinsam getragen.

Pro Jahr bearbeitet die UPD bundesweit rund 80.000 Anfragen von Patienten. Die Einrichtung der UPD ist gesetzlich vorgeschrieben und verfügt über ein Budget von neun Millionen Euro pro Jahr.

Der Vorschlag der Bürger Initiative Gesundheit stellt jetzt die Struktur der UPD grundsätzlich infrage: Deren Unabhängigkeit, so heißt es in einer Pressemitteilung, sei von Beginn an "ein Konstrukt" gewesen.

Da sie von der Politik installiert und von Krankenkassen finanziert werde, sei daran zu zweifeln, ob die UPD über sich selbst entscheiden könneund nicht von den Befehlen und Anweisungen Dritter abhänge.

Um eine "effektive, sachlich korrekte Unterstützung der Bürger" im GKV-System zu gewährleisten, sei eine Institution zu etablieren, die über einen Fonds finanziert wird und "in keiner Weise von Politik und Kostenträger" abhänge. Aus welchen Mitteln der Fonds gefüllt werden soll, wurde nicht genannt. (wer)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[14.07.2015, 16:29:02]
Peter Friemelt 
@Dr. Bayerl
für viele Fälle ja, aber wenn es um Beschwerden über Ärzte, Kassen etc. geht dann doch lieber an die unabhängige Patientenberatung, hier unsere Petition
change.org/patientenberatung

Mit freundlichen Grüßen
Peter Friemelt, Hausarztfan und Patientenberater zum Beitrag »
[14.07.2015, 13:03:10]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
mein Vorschlag für den mit Abstand preiswertesten Patientenberater: der Hausarzt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »