Ärzte Zeitung, 29.07.2015

Endoprothesenregister

TK will verpflichtende Teilnahme

FRANKFURT/MAIN. Eine verpflichtende Teilnahme am Endoprothesenregister fordert die Techniker Krankenkasse Hessen. Begründung: Nur jede dritte infrage kommende hessische Klinik beteiligt sich am deutschen Register.

"Kliniken, die am Endoprothesenregister nicht teilnehmen, werden sich langfristig rechtfertigen müssen, warum sie diese Chance der Qualitätsverbesserung nicht wahrnehmen", sagte die Leiterin der TK-Landesvertretung Barbara Voß.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Kliniken könnte der deutliche Mehraufwand der Krankenhäuser sein, vor allem in der Anfangsphase. Unter anderem muss eine große Zahl von Datenflüssen koordiniert werden, wie die Kasse selbst 2014 in einer "TK-Spezialausgabe" schrieb.

Das Register soll Aufschluss darüber geben, wie lange die Implantate im Körper funktionstüchtig sind. Kliniken, die sich am Register beteiligen, erhalten jährlich eine Auswertung mit Angaben, welche Prothesen in ihrem Haus wie häufig implantiert wurden, wie sich die Zahl der Wechseloperationen entwickelt hat und warum es bei den Implantaten Probleme gab.

In Hessen wurden nach Angaben der TK im vergangenen Jahr 11 828 künstliche Hüftgelenke und 9866 Kniegelenke eingesetzt.Im Endoprothesenregister sind seit seiner Gründung im Dezember 2010 mehr als 100 000 Operationen dokumentiert worden.

Mittlerweile haben sich bundesweit mit etwa 600 Kliniken die Hälfte der in Frage kommenden Krankenhäuser zur Teilnahme angemeldet. Angestrebt wird, jährlich alle etwa 400 000 endoprothetischen Eingriffe zu erfassen. (chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »