Ärzte Zeitung, 14.10.2015

BKK-Verband Nordwest

Mit Register und Hygienesiegel gegen Keime

Der Landesverband Nordwest der Betriebskrankenkassen (BKK) bläst zum Kampf gegen multiresistente Erreger: Er fordert ein bundesweites Keimregister und ein Hygiene-Prüfsiegel für Kliniken.

Mit Register und Hygienesiegel gegen Keime

Was hilft gegen multiresistente Keime in Krankenhäusern?

© Peter Atkins / fotolia.com

KÖLN. Der Landesverband Nordwest der Betriebskrankenkassen (BKK) hält ein Bündel von Maßnahmen für notwendig, um den Kampf gegen multiresistente Erreger voranzubringen.

Dazu zählen die Schaffung eines bundesweiten Keimregisters, wirksame Kontrollen zur Umsetzung der Hygienepläne und ein Hygiene-Prüfsiegel für Krankenhäuser.

Zwar sei das Bewusstsein für das große Gefährdungspotenzial durch multiresistente Erreger in der Politik und dem Gesundheitswesen in der jüngeren Vergangenheit gestiegen, sagt der stellvertretende Verbandsvorsitzende Dr. Dirk Janssen der "Ärzte Zeitung".

Lob für Gröhes Zehn-Punkte-Plan

"Aber die bisher eingeleiteten Maßnahmen sind nicht abgestimmt, wir haben in Deutschland einen Flickenteppich." Janssen begrüßte den von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgestellten Zehn-Punkte-Plan. Er sei aber noch zu vage. "Man kann nicht erkennen, dass die Maßnahmen greifen", sagt er.

Janssen plädiert für die Schaffung eines Bundes-Keimregisters, das ähnlich dem Krebsregister aufgebaut ist. "Wir brauchen standardisierte Daten, auf die Wissenschaftler und die Akteure im Gesundheitswesen zurückgreifen können." Bislang gebe es nur Schätzungen. Vieles bleibe im Bereich der Spekulation. "Das wird dem Thema nicht gerecht", sagt er.

Für notwendig hält es der BKK-Vertreter auch, dass die Einhaltung von Hygieneplänen durch die Gesundheitsämter und den MDK kontrolliert wird. Zudem spricht sich Janssen dafür aus, bundesweit Hygiene-Prüfsiegel für Krankenhäuser zu implementieren, wie es sie bereits in Nordrhein-Westfalen und Frankfurt am Main gibt.

Ideenwettbewerb gestartet

Um erfolgreiche oder Erfolg versprechende Projekte zur Vermeidung und Bekämpfung multiresistenter Erreger zu unterstützen, hat der Landesverband für Hamburg einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Beteiligen können sich bis Ende März 2016 Krankenhäuser, Arztpraxen und andere im Gesundheitswesen Tätige sowie Studierende von Hochschulen.

Der Verband stellt für drei Preise insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Die Aktion steht unter der Schirmherrschaft der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). "Mit dem Wettbewerb möchten wir gute Praxis-Beispiele bekannt machen", sagt Janssen. 2017 soll der Innovationspreis in Nordrhein-Westfalen ausgelobt werden. (iss)

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