Ärzte Zeitung, 20.10.2015

Expertenschätzung

Auch 2017 wird der Beitragssatz weiter steigen

BERLIN. Nach einem Anstieg der Krankenkassenbeiträge 2016 müssen GKV-Mitglieder nach Expertenschätzung weiter mit Steigerungen rechnen. Im kommenden Jahr dürfte der Durchschnittsbeitrag laut offizieller Schätzung um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent steigen.

Das geht aus den Rahmendaten des Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt (BVA) hervor. Für 2016 wird ein Anstieg der Beitragseinnahmen von vier Prozent prognostiziert. Zugleich erwarten die Experten eine Zunahme der Ausgaben um 5,4 Prozent.

Der Gesundheitsökonom Professor Jürgen Wasem hält für 2017 eine weitere Steigerung um 0,3 Punkte für realistisch. Grund sei die Kostenentwicklung. "Ich rechne 2017 mit Mehrausgaben von 5,5 Prozent für die Krankenhäuser und mindestens 3,5 Prozent für Arzneimittel", sagte Wasem der "Bild"-Zeitung.

Unterdessen geht die Beitragsschere zwischen den Kassen voraussichtlich weiter auf. Die AOK Plus etwa hatte bereits im August angekündigt, ihren Beitragssatz auch 2016 bei 14,9 Prozent zu belassen. Andere Kassen wie etwa die IKK Nord mussten bereits im Juli den Zusatzbeitrag auf 1,3 Prozent erhöhen.Unterdessen ist aus der Opposition und der SPD-Linken der Ruf nach einer Rückkehr zur Beitragsparität von Arbeitgebers und -nehmern laut geworden. (dpa/eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »