Ärzte Zeitung online, 17.11.2015

IGES-Studie

Kassen wissen Generika nicht zu würdigen

Pro Generika präsentiert neue Daten zum Versorgungs-Nutzen von Nachahmerpräparaten.

BERLIN. Generika tragen dazu bei, die medikamentöse Versorgung maßgeblich zu verbessern, lautet das Fazit einer Studie des Berliner IGES-Instituts ("Value of Generic Medicine").

"Eine rasche Marktdurchdringung von Generika mit mengenbezogenen Marktanteilen von 75 bis 90 Prozent zwei Jahre nach Markteintritt ermöglicht den Zugang von wesentlich mehr Patienten zur Arzneimitteltherapie bei gleichen Ausgaben", berichtete Dr. Martin Albrecht, Geschäftsführer des IGES, anlässlich der Studien-Vorstellung am Montag in Berlin.

Schnellere Marktdurchdringung

Darüber hinaus führe eine rasche Marktdurchdringung zu geringeren Ausgaben, während gleich viele Patienten behandelt werden könnten. Nicht zuletzt würde eine schnelle und starke Generika-Marktdurchdringung über den ausgabendämpfenden Effekt auch eine kontinuierliche Steigerung der Behandlungsraten bewirken.

Die Markt- und Versorgungsbedeutung von Generika spiegele sich allerdings keinesfalls in den Arzneimittelausgaben der Krankenkassen wider - weniger als zehn Prozent entfielen 2014 nach Abzug aller Rabatte auf Nachahmerpräparate, kritisierte Pro-Generika-Vorstandschef Wolfgang Späth.

"Die Kassen erkennen den Wert von Generika nicht an und fokussieren sich bei der Versorgung ihrer Versicherten eindimensional auf den niedrigsten Preis", bemängelt der Verband.

Infolge dessen gebe es immer weniger Anbieter auf dem Markt und diese Marktverengung verschlimmere sich noch durch die Rabattverträge. Die Gefahr, dass es zu Lieferengpässen kommt, nehme zu. Nach Ansicht von Pro Generika sollten keine Rabattverträge für versorgungskritische Arzneimittel mehr abgeschlossen werden dürfen.

Auch für komplexe, schwer herzustellende Wirkstoffe sollte es keine Rabattausschreibungen mehr geben. Stattdessen sollten die Krankenhäuser mehr Verantwortung übernehmen und verbindliche Abnahmemengen für ihren Generikaeinkauf festlegen, fordert Pro Generika. ( mam)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Welche Rolle sollen pränatale Bluttests künftig spielen?

Der GBA ist aktuell dabei, über die Kassenerstattung von pränatalen Bluttests zu entscheiden. Bundestagsabgeordnete fordern hierzu auch eine begleitende ethische Debatte. mehr »

Versäumte HPV-Impfungen bis zum Alter von 20 nachholen!

Werden Frauen erst jenseits des 20. Lebensjahres geimpft, ist der HPV-Schutz fraglich, berichten Forscher. Sie plädieren deshalb für einen möglichst frühen Beginn der Impfserie. mehr »

Krebsangst darf Blutdrucktherapie nicht gefährden

17 UhrDie Angst vor Krebs ist hoch und mancher Patient könnte den falschen Schluss ziehen, nun lieber ganz auf Valsartan zu verzichten, warnt nun auch die Deutsche Hochdruckliga. mehr »