Ärzte Zeitung, 30.03.2016
 

Gesundheitsförderung

Breite Auswahl nötig

Experten fordern: Betriebliche Gesundheitsförderung muss geschlechterspezifisch geplant werden.

BERLIN. Für eine höhere Akzeptanz der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) kommt es darauf an, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen schon bei der Planung zu berücksichtigen. Zu diesem Schluss kommt der DAK Gesundheitsreport 2016.

Für den Schwerpunkt Gender und Gesundheit (die "Ärzte Zeitung" berichtete) hatte die DAK Experten befragt, welche geschlechterspezifische Unterschiede sie bei den Ansprüchen an BGF sehen.

Demnach sprechen Männer eher auf körperlich orientierte Maßnahmen an, in denen es um Leistung und Wettkampf geht, während Frauen am ehesten über Entspannung und Entlastung erreicht werden können. Allerdings lassen sich diese klischeehaft anmutenden Zuteilungen nach Ansicht der DAK nicht verallgemeinern, sondern sollten vor allem für eine breitere Auswahl für alle Mitarbeiter sorgen. "Wo sich herausstellt, dass beide Geschlechter die gleichen Bedürfnisse haben, sollten Männern und Frauen auch die gleichen Angebote unterbreitet werden", heißt es.

Als Themen, die bei der Planung von Maßnahmen für männliche Mitarbeiter aufgegriffen werden sollten, werden Organisationsmanagement, Ernährung, Alkoholsucht, Sport, Anti-Aggressionstraining und der Umgang mit Kollegen genannt. Konkrete Vorschläge für BGF-Maßnahmen sind Kurse, die Technik miteinbeziehen, Fitness und Wettbewerbe.

Mitarbeiterinnen fühlen sich laut DAK Gesundheitsreport hingegen von Angeboten zu Regeneration, Zeitmanagement und Umgang mit Doppelbelastung angesprochen. Möglichkeiten sind hier Angebote zu gesunder Ernährung, Fitness, Gymnastik, Yoga und Stressabbau.

Bei den Unternehmen, die ihren Mitarbeitern im Jahr 2015 BGF-Maßnahmen anboten, nahmen Frauen daran häufiger teil als Männer (48,8 Prozent zu 40,7 Prozent). Allerdings gaben sie zugleich öfter an, dass sie aus anderen Gründen als mangelndem Interesse nicht hätten teilnehmen können (30,3 Prozent, Männer: 26,3 Prozent). (aze)

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