Ärzte Zeitung, 23.06.2016
 

Jahrestagung

PKV betont ihre Funktion für die Gesamtwirtschaft

135.065 Euro Wertschöpfung je PKV-Beschäftigtem in Deutschland. Eine neue Studie soll die Bedeutung der Branche herausstellen.

BERLIN. Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen neben ihrer gesundheitspolitischen Rolle im dualen System verstärkt als finanz- und wirtschaftspolitischer Faktor wahrgenommen werden.

"Die PKV ist auch gut für die Gesundheit der deutschen Wirtschaft", sagte der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue auf der Jahrestagung in Berlin.

Eine Bestätigung der These hat sich die PKV beim Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR geholt, das im Auftrag des Verbands zurzeit den ökonomischen Fußabdruck der PKV untersucht, wie es das bereits für die gesamte Gesundheitswirtschaft und andere Branchen getan hat.

Der Geschäftsführer des Instituts Dr. Dennis Ostwald hat auf der Tagung erste Ergebnisse der Forschung zur PKV vorgestellt.

"Die PKV ist ein Wirtschaftsfaktor wie andere Unternehmen auch, aber auch Financier und Kapitalgeber", sagte Oswald. In einem ersten Schritt hat sein Institut die wirtschaftliche Bedeutung der Branche untersucht, die Ergebnisse zu den anderen beiden Aspekten sollen später folgen.

Nach der WifOR-Untersuchung beläuft sich die Bruttowertschöpfung der privaten Krankenversicherer - also der Beitrag zur deutschen Volkswirtschaft - auf 8,6 Milliarden Euro.

"Hohe Impulswirkung auf die Wirtschaft"

Die PKV habe eine hohe Arbeitsproduktivität, berichtete er. Die durchschnittliche jährliche Wertschöpfung beträgt 135.065 Euro je Beschäftigtem.

"Das ist höher als in der Autoindustrie, fast doppelt so viel wie in der Medizintechnik und dreimal so viel wie insgesamt in der Gesundheitswirtschaft", erläuterte Oswald.

Durch einen Arbeitsplatz in der PKV werden nach seinen Angaben 4,6 zusätzliche Stellen in der Gesamtwirtschaft geschaffen. Das sei eine beachtliche Zahl.

Das Fazit des Ökonomen: "Der erste Schritt des ökonomischen Fußabdrucks der PKV zeigt die hohe Impulswirkung der PKV auf die Wirtschaft."

PKV-Verbandschef Laue nannte die vorgestellten Zahlen beeindruckend. "Von der Geschäftstätigkeit der PKV profitiert die gesamte Wirtschaft in Deutschland", betonte er. Die Branche leiste einen außerordentlich hohen Beitrag zur Wertschöpfung und damit zum Wohlstand in Deutschland.

Dass die Auswirkungen trotz des mit zehn Prozent vergleichsweise geringen Anteils an Versicherten so groß sind, erklärte Laue mit zwei Faktoren: "Während andere wichtige Branchen häufig industriell geprägt sind und ihre Vorleistungen auch aus dem Ausland beziehen, entfaltet sich die Wertschöpfungskette der PKV im Inland und zudem im personalintensiven Bereich der Dienstleistungen."

Laue hofft, dass die WifOR-Zahlen der PKV in der Außendarstellung helfen. Bislang werde die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft und speziell der PKV noch nicht wahrgenommen, sagte er. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »