Ärzte Zeitung, 18.11.2016

Gesundheitspreis in Bayern

Arbeit der Refudocs ausgezeichnet

Zwei außergewöhnliche Versorgungsprojekte sind mit dem Bayerischen Gesundheitspreis ausgezeichnet worden.

MÜNCHEN. Der Bayerische Gesundheitspreis geht in diesem Jahr an ein Versorgungsangebot für Geflüchtete sowie an ein Therapieangebot für pädophile Männer.

Der von der IKK classic und der KV Bayerns verliehene Preis zeichnet niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten aus, die sich für die Versorgung in Bayern besonders einsetzen.

Bewerbungen für den insgesamt mit 8000 Euro dotierten Preis waren dieses Jahr in zwei Bereichen möglich: "Gemeinsam in die Zukunft" für neue Kooperationsansätze im Gesundheitswesen, und "Gesunde Psyche" für innovative Versorgungskonzepte im Bereich der seelischen Gesundheit. 31 Projekte wurden eingereicht, davon 15 für die erste Kategorie.

Preis für Flüchtlingshelfer

Preisträger in diesem Jahr sind Dr. Mathias Wendeborn mit dem Versorgungsangebot seines Vereins Refudocs e.V. und Reiner Kirchmann mit dem Projekt "man|n sprich|t". Kinder- und Jugendarzt Wendeborn versorgt mit einem Team von Ärzten, Krankenschwestern, Dolmetschern und weiteren Helfern Geflüchtete in Münchner Gemeinschaftsunterkünften.

Allein in der Erstaufnahmeeinrichtung der früheren Bayernkaserne waren es seit November 2014 fast 29.000, davon ein Drittel Kinder und Jugendliche. Derzeit seien es monatlich 1500 Patienten, so Wendeborn. Das Preisgeld von 4000 Euro solle vor allem in den Ausbau psychiatrischer Angebote und der mobilen Versorgung abgelegener Unterkünfte fließen.

Der Psychologische Psychotherapeut Kirchmann aus Augsburg initiierte 1995 ein Therapieangebot für Männer, die Kinder sexuell missbraucht haben oder gefährdet sind. Mit sieben Prozent ist ihre Rückfallrate vergleichsweise niedrig.

Es ist ein Kooperationsprojekt des KinderschutzZentrums und des Informationszentrums für Männer, zudem das erste bayerische Angebot dieser Art. Das Preisgeld, so Kirchmann, stütze den Fortbestand des Projekts.

In der Jury ist außer Vertretern der Ärzteschaft, der KV und der IKK classic erstmals auch ein Patientenvertreter beteiligt gewesen. (cmb)

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